"Dann gehe ich zum Anwalt"
Kreishandwerkerschaft: Ex-Vorstand wehrt sich gegen Vorwürfe der Gläubiger-Banken Keine Fahrlässigkeit
Die Kreishandwerkerschaft ist insolvent und ein Sanierungsfall. Jetzt gerät die Aufarbeitung der Misere auch noch zur Schlammschlacht: Der alte Vorstand muss mit Schadensersatzforderungen der Gläubigerbanken rechnen (wir berichteten exklusiv).
Die Auskunft von Insolvenzverwalter Joachim C. Hausherr aus Braunschweig löste bei den Betroffenen Bestürzung und Empörung aus. Bei Rolf Wolters, bis zum Vorjahr Kreishandwerksmeister, stand das Telefon gestern kaum still.
"Viele wollten wissen, wie lange ich denn noch im Rat der Stadt bleibe. Aber ich lasse mir meinen guten Ruf nicht kaputt machen. Ein paar Tage warte ich noch ab, dann gehe ich zum Anwalt", wies Wolters die Anschuldigungen weit von sich. Auch Wolters-Nachfolger Matthias Schultz ist konsterniert: "Wir haben nicht grob fahrlässig gehandelt und niemanden über den Tisch gezogen. Unsere Finanzen sind von den Prüfern der Handwerkskammer Braunschweig immer genehmigt worden."
Die Gläubiger, und hier vor allem die heimische Volksbank und die Landesbank Rheinland-Pfalz, werfen dem ehemaligen Vorstand vor, den Neubau des Handwerkerzentrums in die Wege geleitet zu haben, obwohl die Finanzlage schon 2004 prekär gewesen sei. Stimmt nicht, sagt Rolf Wolters: "Damals lief es gut, wir hatten genug Aufträge. Durch die Gründung des Bildungszentrums Wolfsburg hat die Stadt uns dann zusätzliche Konkurrenz geschaffen. Wenn wir das geahnt hätten, dann hätten wir nicht gebaut."
Die Stadt Wolfsburg ist nach Auskunft von Oberbürgermeister Rolf Schnellecke nicht an einer Schadensersatzklage interessiert. "Das sehe ich nicht. Wir haben uns beim Bau des Handwerkerzentrums mit öffentlichen Geldern deutlich engagiert. Wir sind durch das Rückgriffsrecht auf das Gebäude abgesichert", betont Schnellecke.













