Sollen Werker für Studenten zahlen?
Studiengebühren sind ein heißes Thema bei Volkswagen, denn die jungen Stips-Kollegen sind betroffen
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh war das Thema so wichtig während der Betriebsversammlung, dass er vom vorbereiteten Redemanuskript abwich und sich vehement gegen Studiengebühren aussprach.
Da Thema ist heiß bei Volkswagen, sind doch pro Nachwuchs-Jahrgang allein in Wolfsburg mehr als hundert junge Kollegen betroffen: Stips, Studenten im Praxisverbund, die im Wechsel bei der VW Coaching lernen und parallel an öffentlichen Universitäten oder Fachhochschulen der Region studieren. Deswegen fallen auch sie wie Kommilitonen ohne Werksausbildung unter die neue Gebührenregel, die von diesem Semester alle Studenten betrifft, nicht nur Erstsemester,
Betriebsrat Osterloh forderte vom Unternehmen, die Gebühren von 500 Euro je Semester zumindest anteilig zu erstatten, könnten die Stipse doch nicht noch neben Ausbildung und Studium jobben, womöglich nachts. In Abstimmung mit der Jugend- und Auszubildendenvertretung müsse über den Zuschuss verhandelt werden. Der Adressat der Kritik an den Studiengebühren hielt indes dagegen. Ministerpräsident Christian Wulff, bei vielen Themen eher konziliant (wir berichteten), blieb standhaft. Es sei nicht einzusehen, dass Kindergartenplätze beitragspflichtig, Studiuenplätzegebührenfrei seien. Kräftigen Applaus der Werker erntete Wulff zudem mit dem Argument, dass nicht Arbeiter für das Studium der später im Berufsleben hoch bezahlten Akademiker aufkommen sollten. In dieser Frage scheinen die Reihen der Belegschaft nicht völlig geschlossen.













