Im Akkord für die neue Attraktion
Männer wie Bosij Franjo und Disanus Darko bauen das neue DOW: Kaufkraft verspricht gute Geschäfte
Die Bauarbeiter Bosij Franjo und Disanus Darko biegen das Eisen für den Beton. Sie trotzdem dem Frühjahrsregen und schuften im Akkord. 20 Meter Luftlinie weiter sitzt Michael Ernst im ersten Stock eines Containerdorfs mit Blick auf die vorbeisausenden ICE-Züge.
Michael Ernst ist Marketing Manager des neuen Designer Outlet Wolfsburg (DOW). In seinem Büro hängt eine Deutschlandkarte, die eine Topographie der anderen Art zeigt. "Es geht nach Kaufkraft", sagt Ernst. Zweibrücken, der erste Standort von Outlet Centers International ist zum Beispiel hellbraun. Wolfsburg ist auf dieser Karte dunkelviolett. Und das heißt: Die Kaufkraft ist eine der höchsten in der gesamten Republik. Da kommt nur noch Pinneberg bei Hamburg oder München mit.
Für Regina Leitner ist das DOW einzigartig in Deutschland. Regina Leitner wird die Chefin des DOW sein, wenn im Oktober die beiden Ellipsen aus Beton und Glas mit Geschäften, Waren und Kunden gefüllt sein werden. 55 Geschäfte auf 12 000 Quadratmetern Fläche sind im Wolfsburger Outlet geplant.
"Das ist der erste Bauabschnitt", erklärt die neue Managerin, die derzeit das Fabrikverkauf-Center in Zweibrücken leitet. Wenn es in Wolfsburg gut läuft, kann erweitert werden. Das Grundstück neben der Baustelle in Richtung Berliner Brücke, heute alte Hallen und Werkstätten der Stadtwerke, soll dazu gekauft werden. "Wir sind sicher, dass das ein Riesenerfolg wird", denkt Regina Leitner an die Zukunft.
Leitners Chef ist Hans Dobke, ein Deutscher, der seit 25 Jahren in Großbritannien lebt. Das Geschäft mit Markenmode und Designerware hat Dobke von der Pike auf gelernt. Vom Vereinigten Königreich aus schickt sich Dobkes Gesellschaft an, Deutschland für den Fabrikverkauf zu begeistern und hier die größten Marktanteile zu erobern. Fabrikverkauf ist auf der Insel ein Riesengeschäft, hierzulande ist Potenzial.
Bosij Franjo und Disanus Darko biegen derweil weiter Eisen und fluten das Gerippe mitten im künftigen Fabrikverkaufszentrum mit Beton. Knochenarbeit im Akkord fern der Heimat, aber gut bezahlt.













