Nazis stören friedliche Demonstration
Bündnis gegen Rechts versammelt 100 NPD-Gegner vor dem Rathaus Organisatoren: Wo waren Ratsherren?
Die neuen Nazis werden frech: Gestern haben zwei Rechtsradikale versucht, Teilnehmer der Demo des Bündnisses gegen Rechts zu fotografieren. Die friedlichen Demonstranten wehrten sich mit Erfolg gegen die rechten Störer.
Gestern Nachmittag um Punkt 15.15 Uhr eröffnet Alfred Hartung vom Wolfsburger Bündnis gegen Rechts eine Demonstration, die alle Gruppen unserer Stadt vereinen sollte. Und einige waren wirklich da: Das Wolfsburger Bündnis gegen Rechts, die IG-Metall, die antifaschistische junge Gemeinschaft (Antifa), die im Jugendhaus Ost zu Hause ist, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes -
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) und vor allem auch Bürger, Wolfsburger, Menschen, "denen es nach dem Aufruf in den WN wichtig war, zu zeigen, dass nicht den neuen Rechten, den Neo-Nazis, den Faschisten die Straße gehört", wie Alfred Hartung sagte.
Was fehlte: Politiker des Stadtrates, die zuvor noch einmütig betont hatten, wie wichtig Widerstand gegen Rechts sei. Seit klar ist, dass die rechtsradikale NPRD am Wochenende in Wolfsburg einen Auftritt plant, ist das Thema ein brennendes in unserer Stadt. Einzig die Wolfsburger Linken mit den Ratsmitgliedern Ewald Slink und Pia Zimmermann wagten sich auf die Straße.
Und was die erleben mussten, ließ erschaudern: Maskierte Nazis marschierten auf, zwei von ihnen versuchten, Demonstrationsteilnehmer zu fotografieren. "Was mit diesen Bildern passiert, wissen wir", sagt Ewald Slink: Die Gesichter der Demokraten werden auf Nazi-Internetseiten veröffentlicht, die Menschen, die zu sehen sind, müssen Anfeindungen und Bedrohungen erleben.
Deshalb machte Ulrich Hellmann, Vertrauenskörperleiter der IG-Metall im Werk, klar: "Wer glaubt, dass es in Wolfsburg und Umgebung keine Nazis gibt, der täuscht sich." Und ein Wahlspruch einte alle der 100 Demonstranten: "Den Nazis keinen Millimeter Platz in Wolfsburg."











