Frank Patta: "Porsche attackiert die Grundfeste der Mitbestimmung"
6500 Menschen bei der Mai-Kundgebung Umzug mit Transparenten und viel Musik
STADTMITTE. Ein Mann versucht, mit dem Kopf durch die Wand zu kommen. Es ist augenscheinlich Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der auf dem Transparent abgebildet ist. Daneben steht der Spruch: "So klappt das nie".
Beim Demonstrationszug, der sich gestern bei der Mai-Kundgebung durch die Innenstadt schob, waren einige dieser Plakate zu sehen, die den Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche thematisierten. Und auch der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg, Frank Patta, ging in seiner Rede darauf ein: "Porsche attackiert die Grundfeste der Mitbestimmung", rief der Gewerkschafter in der Siegfried-Ehlers-Straße den Besuchern zu. 6500 Menschen sollen nach Veranstalterangaben bei strahlendem Sonnenschein gekommen sein.
Patta gab sich ausgesprochen streitbar. Dieser Tag der Arbeit sei kein Tag zum Feiern, sondern zum Kämpfen und "Flagge zu zeigen für das VW-Gesetz". Porsche torpediere die Mitbestimmung bei Volkswagen, führe einen "Feldzug gegen die Arbeitnehmerrechte". "Dieses milliardenschwere Unternehmen kennt nur ein Gesetz: sein eigenes", sagte der Erste Bevollmächtigte .
Ausdrücklich betonte er: Der Feind sei nicht der VW-Vorstand, sondern Porsche. "Wir kämpfen um die Zukunft der deutschen Arbeitnehmer-Mitbestimmung. VW darf kein Präzedenzfall werden."
Zuvor hatte bereits Achim Barchmann, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Wolfsburg, vorgelegt: "Die Gewinne in Deutschland sprudeln prächtig, aber das Geld fließt in irgendwelche Steueroasen." Er betonte: Nicht Manager und Aufsichtsräte wie Josef Ackermann, Jürgen Schrempp, Wendelin Wiedeking oder Ferdinand Piech hätten die Gewinne erwirtschaftet, "sondern die Arbeitnehmer". Arbeitnehmer müssten an den Gewinnen der Unternehmen ("am großen Kuchen") besser beteiligt werden. Und es brauche einen Mindestlohn, um von "anständig bezahlter Arbeit" leben zu können.
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