VW-Ausstieg: Ralf Sjuts tritt zurück
Bisheriger Stellvertreter Achim Kolanoski ab sofort neuer Chef der Deutschen BKK
WOLFSBURG. Der angekündigte Ausstieg von Volkswagen aus der Deutschen BKK hat erste personelle Konsequenzen gezeitigt. Ralf Sjuts (48), bisheriger Vorstandsvorsitzender der größten deutschen Betriebskrankenkasse, übt sein Amt "bis auf weiteres" nicht mehr aus, wie die Kasse gestern mitteilte. Sjuts wollte sich auf Anfrage nicht zu der Entscheidung äußern.
Die Geschäfte führt nun der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Achim Kolanoski. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Arne Timm nahm Kolanoski gestern Stellung zur Ankündigung von Volkswagen. Die Deutsche BKK ist der Zusammenschluss der Betriebskrankenkassen von Volkswagen, Post und Telekom. Die beiden letztgenannten Trägerunternehmen stehen laut Kolanoski "weiterhin hinter ihrer Betriebskrankenkasse".
Das Unternehmen werde seine Wachstums-Strategie weiter verfolgen. Zuletzt hatten die Wolfsburger eine Fusion mit dem Automobilzulieferer Delphi realisiert. Die Deutsche BKK betreut über eine Million Versicherte, darunter bundesweit 84 000 VW-Beschäftigte. Von den VW-Plänen sei man überrascht worden, betonte Kolanoski. "Falls es dazu kommt, werden wir die Entflechtung von Deutscher BKK und Volkswagen bis 2009 einvernehmlich und mit umfassender Rücksicht auf die Strukturen und die Beschäftigten vornehmen", so der neue Kassen-Chef. Für die Versicherten ändere sich nichts.
Im nächsten Jahr gibt es nur noch einen Einheitsbeitrag bei den Kassen. Dann werden Service und Leistung den Ausschlag geben. Deutsche BKK und die künftige VW-BKK wären dann Wettbewerber. Die Autobauer, so ist zu hören, wünschten sich mehr maßgeschneiderte Programme für ihre Belegschaft. offenbar vergeblich.













