Schulen haben Probleme mit ihren Computern
GEW-Vorsitzender Kulms: Was da läuft, ist ein Skandal Zusatzarbeit für Administratoren, ungleiche Systeme, fehlende Schulungen
WOLFSBURG. Die Computer an Wolfsburgs weiterführenden Schulen werden derzeit mit einer neuen Software ausgestattet. Doch die Umstellung läuft nicht so reibungslos wie gewünscht, was zu Unmut bei den Lehrern führt.
Im Rahmen der Medienentwicklungsplanung erhalten die Schulen neue Soft- oder Hardware. Einige haben sie schon, anderen steht die Umrüstung noch bevor. Dort, wo sie bereits vorhanden ist, haben die Lehrer derzeit viel zusätzliche Arbeit. Denn die zuständigen Administratoren an den Schulen müssen selbst nacharbeiten.
"Was da läuft, ist ein Skandal", sagt Gerald Kulms, Kreisvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Die Stadt meint, die Schulen neu ausrichten zu müssen. Gleichzeitig kauft sie jedoch nur eine abgespeckte Version des Originalprogramms."
"Die Stadt hat bei uns einen neuen Server eingerichtet", sagt Elke Hoffrichter, Leiterin der Realschule Fallersleben. Gestern hätten die Computer erstmals funktioniert. Durch die Umstellung sei die gesamte Schulverwaltung zwei Tage lahm gelegt worden. Die Schüler konnten die EDV-Räume eine Woche lang nicht nutzen. 36 Stunden hätten die beiden Administratoren jeweils zusätzliche Arbeit gehabt.
Neue Computer wurden an die Hauptschule Vorsfelde geliefert. Doch sind diese nicht alle mit dem gleichen System ausgestattet. Auch das führte zu Problemen. An der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule läuft es ebenfalls nicht rund. "Was fehlt, ist ein Ansprechpartner, der bei Problemen schnell helfen kann", sagt Hartmut Pilarski, Leiter der Sekundarstufe II. Obwohl das System seit etwa acht Wochen an der Schule sei, könne kaum ein Lehrer damit umgehen. Erst für die nächste Woche habe die Stadt einen Schulungstermin für die Lehrer vereinbart.
Vor eineinhalb Jahren hat der Geschäftsbereich Schule laut Stadtsprecherin Elke Wichmann fünf Softwareprodukte zur Auswahl vorgestellt, zwei Betriebssysteme wurden favorisiert Windows und Linux, letzteres mit komplizierterer Handhabung. "Die Schulen konnten zwischen beiden wählen. Wir haben keine abgespeckte Version gekauft. Die Erkenntnisse über die in Baden-Württemberg verwendete Software lagen erst vor, als wir die Betriebssysteme längst schon bestellt hatten. Die gelieferten Systeme sind in Ordnung und funktionsfähig."











