Onuegbu greift mit Eintracht an
Der Stürmer ist nach 15-wöchiger Verletzungspause zurück Statt Urlaub bei der Mutter gab es Aufbautraining
BRAUNSCHWEIG. Das harte Training hat sich ausgezahlt. Und auch der Verzicht auf den Weihnachtsurlaub zu Hause in Kaduna bei seiner Mutter und den drei Brüdern in Nigeria. "Ich wollte schließlich so schnell wie möglich wieder fit werden", sagt Kingsley Onuegbu.
Gegen die Spielvereinigung Unterhaching war es am vergangenen Samstag endlich wieder so weit: Der Stürmer von Eintracht Braunschweig durfte nach mehr als dreimonatiger Verletzungspause wieder in einem Drittligaspiel auflaufen.
"Ein super Gefühl", sagt der seit wenigen Tagen 24 Jahre alte Angreifer, der sich am 5. Dezember in Erfurt einen Adduktorenabriss zugezogen hatte. Drei Tage später hätte er seinen Flug nach Nigeria buchen wollen. Daraus wurde nichts. "Meine Mutter war traurig, aber sie hatte Verständnis", sagt Onuegbu. So gab es statt des ersten Besuchs des jüngsten Sohnes seit Weihnachten 2008 in Kaduna, nur Geschenkpakete aus Deutschland für die Familie.
Der 1,91-Hüne absolvierte stattdessen im bitterkalten Braunschweig und im Januar drei Wochen in Köln sein Reha- und Aufbautraining. "Vier bis fünf Stunden habe ich täglich trainiert, hinzu kamen die medizinischen Behandlungen", berichtet Onuegbu. Es war die zweite schwere Verletzung des Torjägers, der sich 2007 in einem Spiel des Oberligisten SC Idar Oberstein drei Bänder in der rechten Schulter gerissen hatte.
"Anfang der Saison hatte ich mich zu stark unter Druck gesetzt. Ich wollte zu viel, und deshalb hat es nicht so geklappt", nennt Onuegbu den Grund für die Torflaute von Ende Juli bis Anfang Oktober. Neun Tore, allesamt erzielt in der Zeit vom 12. bis 18. Spieltag, standen für "King", wie er von allen gerufen wird, vor der Adduktorenverletzung zu Buche. "Ich hatte einen Lauf. Auf die Winterpause hätte ich damals am liebsten verzichtet und durchgespielt", erinnert er sich. Doch dann kam die Verletzung dazwischen, und die Pause war ganz recht.
Onuegbu will wieder angreifen, und er hat viel vor mit Eintracht. "Wenn wir unsere optimale Leistung abrufen, ist alles möglich. In der Liga kann jeder jeden schlagen."
Über seine sportliche Zukunft macht er sich derzeit kaum Gedanken: "Ich will den Kopf frei haben Ich konzentriere mich voll und ganz auf Eintracht." Dass seinem Berater Anfragen, auch von Eintracht, vorliegen bekennt Onuegbu freimütig. Aber er sagt ganz klar: "Es geht mir nicht ums Geld. Für mich ist wichtig, dass ich mich im Team, im Klub und der Stadt wohlfühle." Keine ganz schlechten Aussichten für Eintracht, denn Essen im Schloss, wie im Tandurino, mit Mitspielern und die Sympathien der Fans sind dem Publikumsliebling sehr wichtig.













