Fetsch setzt den Schlusspunkt
Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig siegt in Regensburg 3:0 und rückt in der Tabelle auf Platz vier
Na also, es geht doch. Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig hat mit einem verdienten Auswärtssieg die dunklen Wolken und Selbstzweifel vertrieben, die sich nach zwei Punktspiel-Niederlagen in Folge zusammengebraut hatten.
Dass es am Ende ein 3:0 (1:0) beim Tabellenzweiten Jahn Regensburg gab, dabei halfen die Gastgeber durch eigene Fehler und Unbeherrschtheiten munter mit. Innerhalb von zwei Minuten vor der Pause meldete sich die komplette Innenverteidigung vorzeitig zum Duschen ab.
44. Minute: Ein langer Ball landet bei Regensburgs Florian Hörnig und Eintrachts Wirbel-Stürmer Dominick Kumbela. Hörnig verschätzt sich, rutscht am Ball vorbei und nimmt ihn mit der Hand mit. Da gab es für Schiedsrichter Thomsen keine Wahl: Rot! Hörnig war letzter Mann und vereitelte mit dem absichtlichen Handspiel eine glasklare Torchance.
"Das war ein Fehler, das weiß er auch", sagte Regensburgs Tobias Schlauderer nach der Partie. "Eine ganz klare Angelegenheit, da gibt es nichts zu deuteln", urteilte Eintrachts sportlicher Leiter Marc Arnold.
45. Minute: Irgendwie schwirrte der Ärger noch in den Köpfen herum, irgendwie sagten sich Kumbela und der Regensburger Mersad Selimbegovic mal richtig die Meinung, wer denn nun schuld am Platzverweis sei, da rastete Selimbegovic aus und griff seinem Gegenüber ins Gesicht. Rudelbildung und Schubser, Streithähne und Streitschlichter – Schiedsrichter Thomsen, der schon zur Pause gepfiffen hatte, eilte zur Stelle und zeigte Selimbegovic Rot. Da waren sie nur noch zu neunt.
"Wir waren auch bei Gleichzahl schon die bessere Mannschaft. Wichtig war, gleich das zweite Tor zu machen", analysierte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht und wollte die Leistung seiner Mannen nicht geschmälert sehen. Sein Gegenüber Wolfgang Beller sah es trostloser. "Es ging nach der Pause nur noch um Schadensbegrenzung."
Eintrachts Tore machten endlich wieder Appetit auf mehr:
1:0 (28.): Ein von Vrancic getretener Freistoß segelte in den Strafraum, Dennis Kruppke rauschte heran und vollstreckte per Kopf.
2:0 (49.): Klasse herausgespielt von Kumbela, der seinen Gegenspieler auch noch tunnelte, bis an die Grundlinie lief, zurückpasste, wo Vrancic stand und einlochte.
3:0 (69.): Karim Bellarabi setzte Mathias Fetsch in Szene, der behielt Aug in Aug mit Regensburgs Torhüter die Ruhe und versenkte den Ball.
"Wir wollten heute nicht schön, sondern einfach spielen", sagte Lieberknecht, der die drei Neuzugänge Benjamin Kessel als rechten Verteidiger brachte, Markus Unger als Staubsauger vor der Viererkette und Fetsch als kopfballstarken Stürmer, der die langen Bälle auch mal ablegen konnte. Dadurch kamen die Blau-Gelben ins Spiel. Das Konzept ging auf – schon in der ersten Halbzeit.
"Alle drei haben eine solide Leistung gezeigt. Aber die ist noch ausbaufähig", sagte Lieberknecht, der Kruppke aus der vordersten Linie zurückzog ins linke Mittelfeld und auf rechts Mirko Boland rackern ließ – auch das klappte.
Jungstar Karim Bellarabi blieb so erstmal nur die Bank. Gerüchte, der Youngster stünde auf der Wunschliste Hoffenheims, dementierte Arnold. "Da ist nichts dran. Es gibt keine Anfrage."













