Bick-Comeback folgen harte Worte
Mittelfeldspieler nach sechsmonatiger Pause im Einsatz "Was wir spielen, hat mit Fußball nichts zu tun"
BRAUNSCHWEIG. Patrick Bick hätte gestern wohl als einziger Spieler des Fußball-Zweitligisten Eintracht Braunschweig wenigstens ein bisschen Grund zur Freude haben können.
Doch der 29-Jährige war nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen stinksauer.
"Es tut mir leid, das sagen zu müssen. Aber das, was wir hier spielen, hat mit Fußball nichts zu tun. Es muss aufhören, dass das, was wir hier zeigen, von einigen auch noch schön geredet wird. Da müssen sich die Spieler an die eigenen Nasen fassen und wieder dazu kommen, den Ball über fünf Meter zum eigenen Mann zu spielen", übte der Mittelfeldspieler Kritik.
"Ich weiß, dass das hart klingt. Aber ich muss das einfach mal sagen", stellte Bick fest, wohl wissend, dass er sich damit nicht nur Freunde machen wird.
Ganz in den Hintergrund war dabei getreten, dass Patrick Bick mit seinem Comeback hätte zufrieden sein können. Am 13. August, beim Saisonauftakt gegen den SC Paderborn, hatte er sich eine Fußverletzung zugezogen. Zweimal wurde er seither operierte, quälte sich durch die Rehabilitation und stand exakt nach 203 Tagen gestern Abend wieder in einem Zweitligaspiel auf dem Feld.
"Es war klar, dass ich konditionell noch nicht wieder der Alte bin. Deshalb hat sich der Trainer für einen Kurzeinsatz entschieden", erzählte der Mann mit der Rückennummer 26. Für den mit acht Toren erfolgreichsten Torschützen Eintrachts der Vorsaison geht es in den verbleibenden Spielen darum, sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen. In Braunschweig oder anderswo. "Der Fuß hat gut gehalten nach sechs Monaten Pause", fand Bick am Ende doch noch einen versöhnlichen Aspekt. Für sein Comeback hatte sich Bick allerdings ein ganz anderes Spiel der Eintracht gewünscht.
"Wir haben vorne einfach keine Durchschlagskraft", bemängelt Benjamin Siegert, der wegen einer Knöchelverletzung fehlte. Wars das mit dem Thema Klassenerhalt? "Gegen wen sollen wird denn gewinnen, wenn nicht gegen so eine Mannschaft wie Essen", fragte Siegert zurück. Der 25-Jährige hofft, am Montag oder Dienstag wieder mit Lauftraining beginnen zu können.
Thorsten Stuckmann, beim Essener Treffer ohne Abwehrchance, wollte keine Durchhalteparolen mehr verkünden. "Das war wieder wie ein Tritt in die Fresse. Eine Unachtsamkeit in der Abwehr und schon geraten wir früh in Rückstand. Ich bleibe Zweckoptimist, solange rechnerisch noch etwas möglich ist. Es geht hier auch um Arbeitsplätze", betonte der Schlussmann.
Die Abschiedstour durch die Zweitligastadien führt Eintracht am nächsten Spieltag in die Münchner Arena zum TSV 1860. Dann wird Dennis Brinkmann fehlen, der sich gegen Essen seine fünfte gelbe Karte holte und nun gesperrt ist.













