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13. Februar 2012
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Schaffartzik: Ich mache, was ich will

Porträt des Braunschweiger Basketball-Nationalspielers – Leukämie-Erkrankung und Doping-Sperre überstanden

Von Ute Berndt

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BRAUNSCHWEIG. Wenn er morgen zum Training mit der Nationalmannschaft die VW-Halle erstmals als seine Heim-Arena betritt, hat Heiko Schaffartzik ein Etappenziel seiner Basketball-Karriere erreicht. "Das hat lange genug gedauert", empfindet der neue Spielmacher der Braunschweiger Phantoms-Korbjäger seine Berufung in die deutsche Auswahl folgerichtig. "Ich habe erwartet, dass es irgendwann klappt."

Das klingt nicht anmaßend, nur so selbstbewusst, wie er auf dem Feld als Aufbauspieler die Führungsrolle für sich einfordert.

Trotz seiner erst 25 Jahre hat Schaffartzik schon viel mitgemacht. Als Jungstar aus der Berliner Talentschmiede unterschrieb er mit 18 Jahren seinen ersten Profivertrag. Seither ist er auf der Suche nach der perfekten Kombination von Einsatzzeit, sportlicher Herausforderung und Spaß und hat in sieben Jahren schon sechs Bundesliga-Stationen durch.

Ein Jahr Chemotherapie

Den Rückschlag in seiner Karriere hat er selbst zu verantworten. Im Sommer 2005, nachdem ihn eine Verletzung die A-2-Nominierung gekostet hatte, wurde Schaffartzik bei einer Dopingkontrolle positiv getestet, er hatte einen Joint geraucht.

Gießen feuerte ihn, nach seiner Sperre fing er bei BBL-Aufsteiger Nürnberg wieder klein an. Sagen will er zu jener Episode nichts mehr. "Das ist vier Jahre her, und ich habe das Thema so durchgekaut."

Noch viel länger her ist Schaffartziks schlimme Leukämie-Erkrankung. Als 13-Jähriger musste er sich ein Jahr einer Chemotherapie unterziehen, wurde wieder gesund. "Das hat mir wahrscheinlich so ein bisschen das Gefühl gegeben, ich hab‘ die Freiheit, alles zu tun", sagt er. Zumindest würden seine Freunde das so einschätzen, die ihn ein bisschen freakig finden: "Ich mache eben, was ich will."

Grundsätzlich, glaubt er, prägten jemanden aber eher seine Gedanken und weniger seine Erlebnisse. "Als mir bewusst wurde, dass ich den Weg als Ziel begreifen muss, habe ich die Faxen und das Larifari sein lassen, bin viel professioneller geworden." Kein Basketballer trainiere intensiver als er, glaubt der Neu-Braunschweiger. "Und ich mache immer auch noch etwas extra." Mit dem Erreichten zufrieden zu sein verbiete sich – zumindest in der aktiven Sportkarriere.

Dass ihn ein Internet-Portal und ein Basketballmagazin zuletzt zum besten deutschen Bundesliga-Spieler gewählt haben, kann ihm nicht schmeicheln. "Ich will zu den Besten der Liga gehören – nicht der beste der wenigen Deutschen sein, die spielen dürfen." Das ist ein Thema, das Schaffartzik aufregt: Die schlechte Behandlung deutscher Profis in der Bundesliga. Amerikaner würden bevorzugt, findet er, von den Klubs wie den Schiedsrichtern. "Und das nervt!"

Wie viele seiner Kollegen wartet der belesene Spielmacher und Freizeit-Gitarrenspieler auf eine Regelreform, dass stets deutsche Spieler auf dem Feld sein müssen. Dann würde auch das Niveau des Teamspiels steigen und das öffentliche Interesse am Basketball, ist er überzeugt.

Mit Nowitzki auflaufen

Im Nationalteam läuft es dagegen, wie er es sich vorstellt. Denn die Grundbedingung für selbstbewusste Auftritte stimme: Bundestrainer Dirk Bauermann schenkt den Spielern Vertrauen. "Und wenn man das spürt, spielt man automatisch besser", betont Schaffartzik. "Das ist wohl in jedem Beruf so."

Wenn jetzt noch in Braunschweig ein Sieg gelingt und nächste Woche tatsächlich Dirk Nowitzki zum Team stoßen sollte, ist für den neuen Phantoms-Profi die Basketballwelt vorerst in Ordnung. "Da würde ich mich krass freuen, das wäre so geil", frohlockt der Berliner angesichts der Perspektive, mit dem Weltstar auflaufen zu können. "Ich will sehen, wie er spielt und im Training arbeitet und was man von ihm lernen kann."

EM-Test Deutschland – Serbien, Samstag, 19 Uhr, VW-Halle.

Dienstag, 11.08.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10765476/menuid/2167
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