Phantoms feiern Sieg nach 19-Punkte-Rückstand
Bärenstarke Verteidigung erlaubt Dragons in Hälfte zwei nur 17 Punkte
QUAKENBRÜCK. Braunschweigs Korbjäger haben ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Mit dem dritten Sieg in Folge, dem ersten Auswärtserfolg seit dem 5. Dezember, kletterten sie erstmals seit langem wieder auf einen Play-off-Platz.
Wann kann eine Pizza vom Bringdienst besser schmecken als nach einem triumphalen Auswärtssieg, mit dem euphorischen Beifall der mitgereisten Fans praktisch als Vorspeise auf dem Weg zum Bus serviert? Die Braunschweiger Basketballer fielen am Samstag in Quakenbrück jedenfalls in ihren Sitzen mit Heißhunger über den Inhalt der hoch gestapelten Pappschachteln her.
19 Punkte (38:19, 18.) hatten sie im Niedersachsenduell schon zurückgelegen, aber die Partie in Hälfte zwei noch grandios zum 66:60 (26:43)-Sieg umgebogen. Nur 17 Punkte erlaubte ihre Verteidigung dem Gegner nach dem Seitenwechsel. Und im Schlussviertel, das sie 24:6 gewannen, gelang Quakenbrück kein einziger Feldkorb.
Offensichtlich hatten die Phantoms angenommen, dass sie sich mit den Siegen gegen Paderborn und Ludwigsburg schon als Verteidigungs-Mannschaft wiedergeboren hätten. Doch nach einem gelungenen Startviertel, bei dem lediglich Treffsicherheit fehlte (25%), stellten sie im zweiten Abschnitt fest, dass man sich einen solchen "Titel" stetig neu erarbeiten muss.
Stattdessen luden sie den Gegner acht Minuten lang mit Fehlwürfen und Ballverlusten zu Schnellangriffen ein, kassierten einfache Punkte zuhauf und ließen die Köpfe hängen, statt zuzupacken. Mit der Umstellung auf Zonenverteidigung konnten sie den Sturmlauf des Gegners kurz vor der Halbzeit stoppen, lagen aber weiter zurück, als normalerweise bei einem so heimstarken Team noch wettzumachen ist.
"Ich hatte zumindest gehofft, dass es noch gelingt", erinnerte sich Trainer Sebastian Machowski an seine Gemütslage in der Pause. "Denn die Spieler waren ja genauso sauer über ihre Leistung im zweiten Viertel wie ich, und ich habe gemerkt: die wollen das umbiegen!"
Inzwischen hatte der Coach auch jene fünf Akteure identifiziert, die an diesem Tag die deutlich stärksten waren. So spielten Marcus Goree, Jason Cain, John Allen, Heiko Schaffartzik und Kevin Hamilton die zweite Hälfte fast durch. Sie rackerten in der nochmals variierten Verteidigung nun als Bollwerk, mit Goree als Kraftfeld im Zentrum, und gewannen die Reboundduelle.
"Wir mussten physisch stärker werden als in der ersten Hälfte, und sobald wir das umgesetzt hatten, lief es für uns", analysierte John Allen, der die Führungsrolle an sich gerissen hatte. Teil eins der Phantoms-Aufholjagd zum 46:38 (27.) konterte Quakenbrück noch zum 54:38 (29.), als Machowski kurz durchwechselte. Doch dem zweiten Anlauf im Schlussviertel hatten die Gastgeber nichts mehr entgegenzusetzen.
Kevin Hamilton machte seine sechs Ballverluste vergessen, indem er seine Dreier zum 57:56 (35.) und 60:63 (35 Sekunden vor Schluss) traf. "Ich war froh, dass der Trainer und die Kollegen trotz meiner Fehler zu mir gehalten haben, so konnte ich die wichtigen Würfe treffen", freute sich der Spielmacher und sparte in seiner Bilanz nicht mit Lob für Goree: "Er macht für uns den Unterschied aus, vorne wie hinten." Sprachs, und eilte zum Bus, um noch ein Stück Pizza zu ergattern.













