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14. Februar 2012
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Deutsche Korbjäger spielen sich in den Vordergrund

Immer mehr Bundesliga-Vereine vertrauen dem heimischen Nachwuchs

Von Christian Schiebold

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BRAUNSCHWEIG. Fast genau ein Jahr ist es nun her, dass Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann zu einem verbalen Rundumschlag ausholte und harsche Kritik an den Managern der Bundesliga-Klubs übte.

Der 53-Jährige warf den Vereinsverantwortlichen mangelndes Vertrauen in deutsche Spieler vor. Die Bundesliga sei "ein entfremdetes Produkt, das niemandem weiterhilft: Den Fans nicht, den Sponsoren nicht und der Nationalmannschaft schon gar nicht", echauffierte sich Bauermann damals.

So war in der Vorsaison mit Heiko Schaffartzik, der damals noch für Gießen spielte, lediglich ein deutscher Spieler in der Liste der 50 besten Korbjäger vertreten. Ansonsten blieben amerikanische Korbjäger weitestgehend unter sich – sowohl in den Statistiken als auch auf dem Parkett. So kam es, dass sich das deutsche Team bei der Europameisterschaft in Polen überwiegend aus jungen Spielern zusammensetzte, die man nur in Insider-Kreisen kannte.

Nun, knapp ein Jahr später, hat sich das Bild in der BBL verändert. "Es ist mir eine große Genugtuung, dass ich da nicht mehr nur Amerikaner rumlaufen sehe", betont Bauermann. So sind in dieser Saison immerhin schon vier Spieler mit deutschem Pass in der Top-50 der besten Korbschützen vertreten. Tendenz steigend.

Es sei absolut wichtig, sagt Bauermann, dass junge Spieler Verantwortung tragen und Spielerfahrung sammeln würden. Schließlich habe man in Deutschland mit Tibor Pleiß (Bamberg), Robin Benzing (Ulm), Elias Harras (Gonzaga Universität/USA) oder auch Heiko Schaffartzik "eine starke Generation an jungen Spielern". Wenn man diese verliere, weil sie auf der Bank versauern, "können wir den Laden dicht machen", sagt Bauermann mit Blick auf die Nationalmannschaft.

Nicht zuletzt deshalb sei er froh, dass bei vielen Bundesliga-Klubs ein Umdenken eingesetzt habe. So stehen bei den Phantoms mit Schaffartzik und Idbihi in dieser Spielzeit gleich zwei Akteure mit deutschem Pass in der Anfangsformation, mit Kapitän Nils Mittmann ist ein dritter zumindest fest in der Rotation.

Dies dürfe allerdings erst der Anfang einer Entwicklung sein. "Das ist ein weiter Weg, weil am Ende jeder Verein doch erstmal auf sich selbst guckt." Mit anderen Worten: Dem kurzfristigen sportlichen Erfolg wird mehr Bedeutung beigemessen als der Entwicklung von Talenten. So spielen zum Beispiel beim heutigen Phantoms-Gegner Tübingen deutsche Spieler so gut wie gar keine Rolle – nicht einmal zwei Prozent aller Tübinger Punkte werden von ihnen erzielt. Da habe man im Vergleich zu Basketball-Nationen wie Spanien und Griechenland noch Nachholbedarf, bedauert Bauermann. "In diesen Ländern hat es eine viel größere Wertigkeit, eigene Spieler einzusetzen."

Auch Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun spricht sich dafür aus, den eigenen Nachwuchs ins kalte Wasser zu werfen. "Sie können es doch." Allerdings müssten dann für alle Vereine die gleichen Regeln gelten, betont der ehemalige Nationalspieler, der es befürworten würde, wenn schon jetzt bei jedem Erstligisten sechs deutsche Spieler im Kader stehen müssten. "Keine Frage: Am Anfang würde das Niveau sinken, aber langfristig würde es steigen."

Tübingen – Phantoms

Samstag, 20 Uhr, Paul Horn-Arena

Samstag, 13.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11909651/menuid/2167
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