Kampf um deutsche Spieler tobt
Die Bundesliga-Saison der Basketballer wird erst mit dem fünften Finale am Donnerstag zu Ende gehen. Bamberg unterlag gestern im vierten Spiel in Frankfurt 56:69. Derweil tobt hinter den Kulissen ein heißer Kampf um deutsche Spieler.
Die neue Quote der Bundesliga, nach der fünf Spieler eines Zwölferkaders einen deutschen Pass haben müssen, setzt viele Klubs unter Zugzwang. Die Folge: Die Preise beziehungsweise die Verdienstmöglichkeiten der Profis steigen enorm.
„Es ist schade, dass Vereine, die bereits auf deutsche Spieler gesetzt haben, wie wir, jetzt vielleicht bestraft werden, wenn die Spitzenklubs mit viel Geld diese Leute wegkaufen“, sagt Braunschweigs Sportdirektor Oliver Braun. Er kämpft derzeit darum, die Nationalspieler Heiko Schaffartzik und Yassin Idbihi zu halten. „Beide sind heiß umworben“, verrät Braun. Aber sie seien auch nicht abgeneigt, ihren Klub treu zu bleiben.
Deshalb bastelt er mit Geschäftsführerkollege Norbert Rüscher und dem Aufsichtsrat derzeit fieberhaft an der Etaterhöhung, die nötig ist, um das Team zusammenzuhalten. Die Personalien Schaffartzik und Idbihi hätten absolute Priorität, betont Braun. „Wir wollen sie auf keinen Fall ziehen lassen.“
Derweil hat die finanzstärkste Konkurrenz bereits zugeschlagen. Der von den Phantoms im Viertelfinale entthronte Ex-Meister Oldenburg hat nach Bremerhavens US-Spielmacher Louis Campbell auch den Göttinger Nationalspieler Chris McNaughton abgeworben. Krösus Berlin holte Nationalspieler Sven Schultze aus Italien zurück. Die ehemaligen Braunschweiger Talente Robin Smeulders und Cornelius Adler haben Erstligakontrakte in Oldenburg und Göttingen bekommen. Solchen Spielern würde nach Ansicht Brauns ein Jahr als Leistungsträger in der zweiten Liga Pro A oder ein Doppellizenzvertrag besser tun. „Aber das ist der Markt zur Zeit“, sagt der Sportdirektor.
Für Schlagzeilen sorgt derzeit eine andere deutsche Personalie: Bundestrainer Dirk Bauermann hat beim FC Bayern München unterschrieben. Zunächst im Zweitjob, soll der 52-Jährige den Pro-A-Ligisten in die erste Liga führen.
Niemand im Oberhaus zweifelt daran, dass dies gelingt und das von Bayern-Präsident Uli Hoeneß vorangetriebene Projekt mit der Finanzkraft des Fußball-Krösus im Rücken dort schnell zum Spitzenteam avanciert. Gespielt wird im Olympia-Eisstadion. Schon mit Bamberg war der Bundestrainer zweimal Meister geworden, hatte vor zwei Jahren aber auf Druck der BBL sein Vereinsamt niederlegen müssen. Die ProA hat solch eine Regelung nicht.
Dass die Bamberger gestern in Frankfurt das 2:2 in der Finalserie hinnehmen mussten, gefällt Halbfinalkonkurrent Braunschweig nicht. „Klar will man, dass die Meister werden, wenn man schon gegen sie ausgeschieden ist“, sagt Braun.
Die Franken, die nun am Donnerstag im Entscheidungsspiel Heimrecht haben, würden den Titel verdienen, lobt der Braunschweiger. „Bei ihnen stimmt alles: Die individuelle Klasse, das Zusammenspiel, die klare Rollenverteilung, die gute Teamchemie, der erfahrene Coach – und sie haben im Gegensatz zu uns auch die nötige Play-off-Erfahrung.“













