Braun: Wir müssen intelligenter spielen
Laut Phantoms-Sportdirektor entscheidet in der immer athletischeren Basketball-Bundesliga das Köpfchen
BRAUNSCHWEIG. "Die Liga ist komisch", befand Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun noch vor zwei Wochen. "Man weiß immer noch nicht, wer unten und wer oben ist." Inzwischen sind zwei, drei Spieltage mehr absolviert, und allmählich bekommt das Basketball-Oberhaus das erwartete Gesicht.
Überraschungsteams wie Nördlingen haben Federn gelassen, und die fehlgestarteten Mitfavoriten Quakenbrück, Bamberg und Frankfurt arbeiten sich mit Hilfe der ersten Nachverpflichtungen von bundesligaerfahrenen Topspielern hoch.
"Ulm hätte ich allerdings nicht so weit oben, Bremerhaven natürlich nicht ganz unten erwartet", sagt Braun. Seine Braunschweiger haben sich dort eingeordnet, wo man sie vermuten durfte: In einer guten Ausgangsposition im Kampf um die Play-off-Plätze.
Und im morgigen Heimspiel gegen Tübingen als Auftakt einer englischen Woche hat die Mannschaft die Möglichkeit, mit dem dann inklusive Pokalsieg fünften Erfolg in Serie unter die Top-Acht zu klettern. Immerhin ist sie durch die jüngsten drei Punktspielsiege eines der aktuell vier erfolgreichsten BBL-Teams.
Was den verteidigungsstarken Phantoms noch fehlt, und woran sie dank des spielfreien Wochenendes intensiv gearbeitet haben, ist ein zuverlässiger Angriff. Trotz der traumhaften Offensivausbeute gegen Trier mit 60 Prozent Trefferquote haben die Braunschweiger mit 68 Punkten, 43,3 Prozent Quote und nur 9,3 Vorlagen im Schnitt noch die zweitschlechtesten Werte in der Liga.
Und die scheint auch wenn die Favoriten mittlerweile größtenteils oben und die Außenseiter in der unteren Hälfte stehen diese Saison ausgeglichener denn je. "Und sie ist wesentlich athletischer geworden", analysiert Braun. Profis wie Bremerhavens Sprungwunder Marcus Slaughter lösten die Vertreter der alten Schule des intelligenten Spiels, wie Frankfurts Spielmacher Pascal Roller, immer mehr ab.
"Aber am Ende wird oben stehen, wer Athletik und intelligentes Spiel am besten mischen kann", ist der Ex-Nationalspieler überzeugt und meint mit Spielintelligenz nicht Erfahrung. Während Profis wie Dustin Salisbery, Jonathan Levy und Jason Cain ihre Athletik bereits ausspielen, sieht Braun bei seiner Mannschaft vor allem in Sachen "Köpfchen" noch großes Potenzial, das letztlich in die Play-offs führen soll.
Andrew Drevo ist das Musterbeispiel eines Akteurs, der sein Verhalten blitzschnell den Spielsituationen anpassen und richtige Entscheidungen treffen kann, Will Franklin zeige solche Tugenden immer mehr. "Und ich erwarte da besonders von Jeremy Crouch und Michael Flowers noch eine Menge, sie haben diese Fähigkeiten", glaubt Braun.
Phantoms Braunschweig Tigers Tübingen, Samstag, 19 Uhr, VW-Halle.











