Rothmund glaubt nicht an einen Rücktritt Roths
NFV-Präsident entkräftet Spekulationen
BRAUNSCHWEIG. Tritt er schon heute anlässlich der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt, oder erst beim vorgezogenen Bundestag am 30. April zurück, oder bleibt er – wie geplant – bis zum Ende seiner Amtszeit im Oktober Vorsitzender des DFB-Schiedsrichterausschusses? Die Spekulationen um Volker Roth, den 68 Jahre alten Unternehmer aus Salzgitter, schießen ins Kraut.
Roth, seit 15 Jahren an der Spitze der DFB-Schiedsrichter und unter anderem zuständig für die Ansetzungen, könnte über die Affäre-Amerell stürzen. Denn nachdem er von Fifa-Schiedsrichter Michael Kempter am 17. Dezember über die Vorwürfe gegen den ehemaligen Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell unterrichtet worden war, verging ein Monat, bis Roth DFB-Präsident Theo Zwanziger informierte. Der Salzgitteraner beteuerte immer wieder seine Unschuld. Er habe über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel Zeit benötigt, um weitere Informationen zu sammeln.
Kritiker sehen darin einen der entscheidenden Gründe für die chaotische Entwicklung, die der Skandal um sexuelle Belästigung durch Amerell genommen hat. Und in deren Sog auch Theo Zwanziger wegen seines Umgangs mit der Krise in die Negativschlagzeilen geriet. Zudem wird Roth vorgeworfen, das Schiedsrichterwesen mit seinen fast 80 000 Referees in Deutschland "als eine Art "Geheimbund", so DFL-Präsident Reinhard Rauball, geführt zu haben.
Karl Rothmund, Präsident des Niedersächsischen Fußball-Verbands hingegen entkräftete, in der "Süddeutschen Zeitung" die Spekulationen um Roths vorzeitigen Abschied. Der denke nicht daran, zurückzutreten, sagt der Verbandschef.
Volker Roth war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.













