Russinnen vernascht "Das war genial"
Schützin Silke Abramovic verpasste bei der EM die erhoffte Medaille, ließ aber im Vorkampf alle Asse hinter sich
Silke Abramovic kann schon wieder lachen. Bereits einen Tag nach der Rückkehr von der Europameisterschaft in Norwegen mit zwei für sie unbefriedigenden vierten Plätzen hat die Laufende-Scheibe-Schützin der BSG das Geschehene gründlich analysiert.
Und nach der ersten alles überlagernden Enttäuschung hat die 32-Jährige festgestellt: Es gibt positive Aspekte, die sogar so stark sind, dass sie enorm viel Mut machen für die Zukunft. Vor allem für die Weltmeisterschaft im August in München.
"Ich habe mit den Russinnen nicht nur mitgehalten, sondern teilweise sogar besser geschossen als sie. Im Vorkampf am Freitag habe ich alle drei vernascht. Das war schon genial", sagt Silke Abramovic mit Stolz in der Stimme. Und sie gibt zu bedenken: "Die machen nichts anderes. Das sind Vollprofis." Und sie selbst stand gestern schon wieder als leitende Angestellte in ihrer Bank ihre Frau.
Während sie sich am Mittwoch noch stark beeinträchtigt gefühlt hatte von einer Erkältung, war davon zwei Tage später kaum noch etwas zu spüren. Im Vorkampf am Freitag hatte die Braunschweigerin sensationelle 380 Ringe erzielt persönliche Bestleistung für die Frau, die bereits ihre zwölfte Europameisterschaft absolvierte.
Doch dann ging es in die Medaillenmatches der besten Vier Eins gegen Eins im Halbfinale und dann um die Medaillen. "Wenn du da als Vorkampf-Beste ins K.o.-Schießen gehst, hast du den Nachteil, dass du eigentlich nur verlieren kannst. Alle anderen haben etwas zu gewinnen", weiß Silke Abramovic. Und sie startete vielversprechend. "Die ersten sechs Schüsse waren ordentlich. Doch dann ging es bergab."
Und wenn gar nichts mehr läuft wie es sollte, verliert man sogar einen Duellschuss mit einem Treffer in die Zehn wenn die Nebenfrau noch einen Millimeter dichter am Zentrum der Scheibe geschossen hat. "Und dann wirst du immer nervöser, fängst an zu zweifeln und verlierst die Lockerheit."
So ging das Halbfinale verloren. Und das direkt im Anschluss folgende Duell um Bronze ebenfalls. Zeit für Korrekturen gab es zwischendurch keine, nicht einmal für einen Wortwechsel mit dem Trainer.
"Aber ich habe wieder einmal viel über mich gelernt", sagt die Braunschweigerin. Etwa, welche Gedanken man in solchen Wettkampfphasen auf keinem Fall haben sollte. "Was ich aber noch nie abstellen konnte, war meine Nervosität. Die ist immer da." Doch das muss ja nicht hinderlich sein, wie die 380 Ringe im Vorkampf bewiesen haben.













