Gekämpft wie Alexander Madlung und bejubelt wie die Profis
Pestalozzi-Schüler bei Fußball-Stadtmeisterschaften der Hauptschulen erfolgreich
BRAUNSCHWEIG. Es wird laut gesungen, gejubelt und geflucht. Fahnen, Spruchbänder und Trikots setzen bunte Farbtupfer auf den gut besetzten Zuschauerrängen. Die Luft ist stickig. Bei kaum einem anderen Turnier fühlt man sich derart in der Höhle des Löwen angekommen wie bei den Hallenfußball-Stadtmeisterschaften der Hauptschulen in der Tunica-Halle.
Bei der 24. Auflage gestern Vormittag war es nicht anders. Man spürte, wie ehrgeizig die Schüler dabei waren. Jeder wollte gewinnen. Und so mancher Spieler fühlte sich angesichts der Kulisse wie ein Star und stachelte die Fans genauso zur Anfeuerung an, wie es die Profis in den großen Arenen tun.
Jede der sechs teilnehmenden Hauptschulen bekam ein begrenztes Eintrittskarten-Kontingent zugewiesen. Für die Hauptschule Pestalozzistraße hätte es durchaus noch etwas mehr sein können. Seit Jahren gehört sie zu den Favoriten auf den Fan-Preis und hat ihn bereits mehrfach gewonnen. "Das Geld stecken wir immer gleich in neue Fahnen und Fan-Materialien", berichtet Lehrerin Sabine Petersen.
Auch gestern durften sie und ihre Schüler jubeln. Sie heimsten die Fan-Prämie erneut ein. Hinzu kam, dass der Jahrgang 1992/93 in einem packenden Endspiel einen Rückstand in einen Sieg umwandelte. Die Kampfkraft hatte gesiegt gegen eine technisch bessere Mannschaft der Sophienstraße.
Petersen kann sich noch an einen weiteren Spieler erinnern, der dank seines eisernen Willens erfolgreich war: Alexander Madlung. Der Profi des VfL Wolfsburg ging früher ebenfalls eine Zeit lang auf ihre Schule. Und kickte auch bei dem Turnier in der Tunica-Halle im Pestalozzi-Team mit.
"Damals hat man nicht gemerkt, dass er so eine Karriere machen würde" erinnert sich Petersen. "Er war nicht der große Überflieger in unserem Team." Vielmehr habe er später hart an sich gearbeitet und sei fair geblieben. "Auch wenn man als Verteidiger keinen Blümchen-Fußball spielen kann", sagt die Lehrerin.
Ausgesprochen fair ging es auch gestern zu. "Keine Verletzungen, keine Vorfälle, keine bösen Gesänge", resümiert Organisator Henning Habekost, der sich seit 35 Jahren für den Schulfußball in der Stadt engagiert. Der Zeitplan konnte auf die Minute eingehalten werden.
"Das, was wir uns in den ersten Jahren gewünscht haben, ist jetzt eingetroffen", lobt auch Moderator und Ex-Eintracht-Profi Dietmar Erler die Fairness. "Da gibt es schon fast Minuspunkte, wenn man nach einer Schiedsrichter-Entscheidung die Hände hebt." Die Wahl des Gewinners des Fairness-Preises fiel schwer. Letztlich bekam die Hauptschule Heidberg die Prämie in Höhe von 250 Euro überreicht.













