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11. Februar 2012
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150 000 Kilometer in den Beinen

Extremläufer Robert Wimmer will am 4. Juni in Braunschweig den 24-Stunden-Weltrekord verbessern – Danach will er um die Welt laufen

Von Hans-Dieter Schlawis

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Robert Wimmer führt ein Lauftagebuch. Jede Strecke trägt er ein. Vorige Woche hat der 44-Jährige eine Schallmauer durchbrochen. 150 000 Kilometer hat der Extremläufer jetzt in den Knochen. Fast viermal um die Erde ist der Nürnberger damit gelaufen.

Stillstand kennt Wimmer nicht. Und deshalb will das Mitglied des Braunschweiger Extremsport-Vereins "Friends for life" in den Schlossarkaden eine Weltbestmarke aufstellen, einen neuen 24-Stunden-Weltrekord.

Am 4. Juni um 16 Uhr fällt der Startschuss, am 5. Juni um 16 Uhr ist er am Ziel. Viel vom Braunschweiger Land wird Wimmer trotz der enormen Strecke aber kaum sehen. Er ackert und schwitzt auf einem Laufband.

"Der Weltrekord liegt bei 247,3 Kilometern. Den werde ich knacken", sagt der passionierte Läufer und lächelt.

Ganz schön verrückt! 24 Stunden am Stück laufen, mal abgesehen von der einen oder anderen Pinkelpause. "Ich habe ja Frischluft-Zufuhr, sehe viele Leute in den Schloss-Arkaden, werde bestimmt auch das eine oder andere kurze Gespräch führen", blickt er voraus. Denn Zuschauer sind ausdrücklich erwünscht. Die Arkaden bleiben – eine Premiere – die gesamten 24 Stunden geöffnet. Einsam wird Wimmer also kaum.

Sollte ihn das monotone Rechts-links-rechts-links doch irgendwann zermürben, hat er neben Vereinsfreunden und Zuschauern vor allem seinen Mental-Trainer Michael Snehotta an seiner Seite.

"Ich kenne ihn seit Jahren. Ich sehe es ihm an, wenn es ihm schlecht geht und er von außen Hilfe braucht", sagt Snehotta. "Ich werde ihn aus den mentalen Löchern schon herausziehen."

Vor allem vor der Nacht hat der Dauerläufer Respekt. "Die Zeit zwischen ein und fünf Uhr wird die schwierigste", ahnt Wimmer. Klar. Der Biorhythmus. Irgendwie will der ununterbrochen arbeitende Körper mal Ruhe haben. "Die gibt es am 5. Juni um 16 Uhr. Nicht eher."

Rund 20 000 Kalorien dürfte Wimmer in den 24 Stunden verbrennen. Mit Gels, Bananen, ein paar Schluck Suppe, Salztabletten und Eiweiß will der Nürnberger seinen Körper auf Betriebstemperatur und Dauerleistung halten.

Wimmer läuft seit 1986. Vor die Tür trieb ihn einst sein Vater. "Schau mal auf Deine Wampe" sagte damals der Papa und wollte die Eitelkeit des Sohnes in Motivation wandeln. Mit Erfolg. Volksläufe, Marathons, Extremläufe – Wimmer rüstete unentwegt auf, war irgendwann mit dem Erreichten nicht mehr zufrieden.

2003 gewann er den Transeuropa-Lauf. Von Lissabon nach Moskau ging es, 5036 Kilometer waren es am Ende. Sein zweiter Lauf durch Europa führte von Bari ans Nordkap – gut 4500 Kilometer, Platz vier. Rund 12 000 Kilometer im Jahr spult der 44-Jährige herunter. "Ich wollte schon immer das Besondere." Was sagt da die Familie?

"Sport, Familie und Beruf habe ich bisher gut unter einen Hut bringen können", sagt er und nennt das seinen Lebens-Triathlon.

Wo wird die Sucht nach dem Laufen enden? "Mein Lebensziel ist ein Lauf, der in 80 Tagen um die Welt führen soll", erzählt Wimmer von seinem Traum, den er schon durchkalkuliert hat. Nur der potente Sponsor fehlt noch. Sein Plan: Fünf Läufer aus fünf Kontinenten treten gegeneinander an, einen Tag vor Eröffnung der olympischen Spiele 2012 endet der weltumspannende Wettbewerb, der alle bisher dagewesenen Dimensionen sprengt, in London. Jules Vernes lässt grüßen.

Aber gemach. Erstmal heißt es aufs Laufband.

Freitag, 21.05.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12267051/menuid/2168

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