"Die Grätsche ist die allerletzte Lösung"
Eintrachts Mittelfeldspieler Damir Vrancic setzt auf Ruhe und gutes Stellungsspiel
BRAUNSCHWEIG. Damir Vrancic fährt mit dem Mountainbike zum Interview vor. "Ich bin sehr gern auf zwei Rädern unterwegs", sagt der Mittelfeld-Spieler von Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig und lächelt. "Ich habe schon jede Menge Mitspieler angesteckt wie Dominick Kumbela oder Marjan Petkovic.
Vrancic, der Einfädler, der Unkomplizierte das klappt derzeit auch auf dem Rasen prima. Schnörkellos und unaufgeregt ist der 1,84 m große Profi in der Schaltzentrale der Blau-Gelben unterwegs, der in sein zweites Jahr bei den Braunschweigern geht.
"Das Ruhige ist meine Art zu spielen", sagt der 24-Jährige, der über Eintracht Frankfurt, Mainz 05 und Borussia Dortmund ins Eintracht-Stadion gefunden hat. "Ich versuche, mit meinem Stellungsspiel schon viele Probleme zu lösen, vieles abzuklären, versuche, so früher als der Gegenspieler am Ball zu sein. Die Grätsche ist die allerletzte Lösung, sagt der Trainer immer."
Ruhig und unaufgeregt macht Vrancic seine wichtige Arbeit, stopft die Löcher vor der Viererkette, leitet die schnellen Gegenangriffe ein. Gegen Dresden klappte das einschließlich seines Traumpasses auf Dennis Kruppke, der das 2:1 einleitete, erfolgreich. Heute in Saarbrücken will der 24-Jährige mit seinem Team nachlegen, den jeder an seiner Glatze auf dem Spielfeld sofort ausmacht.
"Saarbrücken besitzt eine kampfstarke Mannschaft und eine große Portion Disziplin", lobt Vrancic, lässt die Schlussfolgerung aber offen zumindest nach außen. Für die Eintracht in der Form gegen Dresden oder im Testspiel gegen Schalke 04 wird es nicht reichen.
"Wir lassen kaum Chancen zu, das ist derzeit wohl unsere große Stärke", schätzt der Profi. "Wir arbeiten sehr diszipliniert gegen den Ball, die Ordnung in der Defensive wird immer besser." Schon bei den Stürmern beginne die Arbeit nach hinten.
Dass alles noch verbessert werden kann, ist klar. Und vor individuellen Fehlern ist niemand gefeit jeden kann es mal erwischen.
Deshalb sagt Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein, aber auch Respekt vor dem nächsten Gegner: "Wenn wir die Konzentration hoch halten, ist es für jeden Gegner schwer, uns zu schlagen."
Dass immer mehr Mannschaften zum 4-5-1-System wechseln, nur noch mit einem Keilstürmer a la Miroslav Klose antreten, macht die Arbeit für Vrancic und Co. nicht einfacher. "Es wird mehr im Mittelfeld gespielt, gekämpft und gestochert getrieben von der Taktik", meint Vrancic, der aus dem Mittelfeld der Blau-Gelben nicht wegzudenken ist, sich mit Marc Pfitzner prima ergänzt.
Heute in Saarbrücken wollen die Braunschweiger nachlegen, die eigene Vorlage aus dem Dresden-Spiel nutzen und sich für das Gipfeltreffen am Dienstag daheim gegen den SV Sandhausen optimal in Szene setzen.
Aber langsam. Ruhig bleiben wie Vrancic. Saarbrücken ist eine verdammt knifflige Aufgabe, eins nach dem anderen.













