Verrückte Premiere: Ironman unterm Dach
Extremsport-Trio will Triathlon-Langdistanz meistern und viele Spenden für herzkranke Kinder sammeln
3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren, 42,195 Kilometer laufen: Den klassischen Ironman in freier Natur zu bestehen, am besten auf Hawaii, ist für die meisten Triathleten das Größte. An einen Ironman unterm Dach in einem Fitnesscenter hat bisher aber noch niemand gedacht. Die drei Extremsportler Tom Staats, Maik Dieroff und Daniel Dost betreten damit am 3. April Neuland. Um 9 Uhr startet das Trio im Elixia Fitness- und Wellnessclub am Mittelweg. "Nach 12 bis 13 Stunden wollen wir fertig sein", blickt Tom Staats voraus.
Das Spektakel, über das auch RTL berichten will, dient einem guten Zweck. Sämtliche Einnahmen erhält der Verein Herzkind, der sich um herzkranke Kinder in ganz Deutschland kümmert und sein Hauptquartier in Braunschweig hat. "Um möglichst viele Spenden zu bekommen, brauchen wir viele Zuschauer und viele Teilnehmer, die sich solidarisch zeigen und uns zumindest streckenweise begleiten", sagt Staats. Zuschauer haben für den Spenden-Ironman im Elixia freien Eintritt, Mitläufer, -schwimmer und -radler zahlen ein deutlich erniedrigtes Eintrittsgeld.
Ironman unterm Dach da lauern jede Menge verrückte Dinge und Herausforderungen auf das Trio. "Wir müssen uns viel mehr aufs Laufen konzentrieren auf dem Laufband als draußen, ist doch klar. Die Lauffläche ist doch recht klein", blickt Staats voraus. Für die Radstrecke klettern die Drei auf Spinning-Räder. "Es gibt keinen Wind, keine Strecke, die man sich ansehen kann", sagt Staats, "und am wichtigsten: Man muss permanent treten, kann sich nicht rollen lassen."
Und auch die Schwimmstrecke hält Ungewöhnliches bereit. Lässt sich sonst schier endlos geradeaus schwimmen im Meer oder in einem See, heißt es im 20-Meter-Becken des Elixia unentwegt wenden. 190 Rollwenden da dreht sich einem schon beim Gedanken daran der Magen herum.
"Die Umgebung hält aber auch Vorteile für uns bereit. So können wir uns mit den Zuschauern und Mitstreitern während des Wettkampfes unterhalten, auch erklären, warum wir diesen Ironman überhaupt auf uns nehmen", meint Staats, der in Braunschweigs Extremsport-Szene eine feste Größe ist. Er sieht dem Abenteuer wie seine Kollegen neugierig und erwartungsfroh entgegen.
"Für uns macht Extremsport nur Sinn, wenn man ihn mit humanitären und sozialen Zielen verknüpft", umreißt Maik Dieroff aus Ilsede den Grundgedanken von "Friends for life". In dieser Interessengemeinschaft haben sich Sportler zusammengeschlossen, um gemeinsam auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und zu helfen, sie zu lösen oder zu lindern. Dieroff, zuletzt bei einem 246-Kilometer-Lauf in Griechenland nach 35,5 Stunden im Ziel, hat eine Ironman-Bestzeit von 9:26 Stunden. Der dritte im Bunde, Daniel Dost, machte zuletzt beim Wüsten-Marathlon in der marokkanischen Sahara auf sich aufmerksam.













