Gifhorns Aufstiegszug fährt schon in München ab
NBV-Team verspielt bereits im Hinspiel alle Chancen Niesner kündigt Protest an
GIFHORN. Ein Spielerkreis vor dem ersten Match, viel Anfeuerung von den Rängen und ein Fünkchen Hoffnung: Das NBV-Team Gifhorn versuchte gestern noch einmal alles, scheiterte aber am starker TSV Neubiberg-Ottobrunn. Den Traum von der 1. Bundesliga verspielte das NBV-Team aber nicht bei der gestrigen 3:5-Niederlage im Gifhorner Otto-Hahn-Gymnasium.
Bereits am Samstag unterlagen die Gifhorner im ersten Relegationsspiel in München deutlich mit 2:6 und haderten zu Recht mit den Umständen. Olga Konon fehlte verletzt, die Engländerinnen waren nicht spielberechtigt. Neubibergs Nummer eins, der Inder Arvind Bath, kurioserweise hingegen schon (siehe auch Kommentar).
Bundesliga-Spielleiter Bernd Mohaupt ist der Vorgang bereits bekannt. Er erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: "Es scheint ein Loch in unserer Spielordnung zu sein. Ich habe alles durchgeguckt, aber nichts gefunden, was dieses Vorgehen verbietet. Das ist nicht ganz in Ordnung", lautete sein Kommentar.
Zur Überraschung des NBV-Teams wurde dann auch noch mit ungewohnten Viktor-Bällen gespielt. "Die haben einen völlig anderen Drive", schilderte Rasmus Wendeburg die Flugeigenschaften. Die Niederlage kam nicht mehr überraschend und fiel leider so hoch aus, dass die Chancen fürs Rückspiel auf ein Minimum sanken.
Trotzdem versuchten die Kreisstädter noch einmal alles, wollten sich mit einer guten Leistung von ihren Fans verabschieden. Die gut 400 Zuschauer bereuten ihr Kommen nicht, auch wenn am Ende Neubiberg mit 5:3 gewann. "Die Stimmung war riesig. Es war noch einmal eine Steigerung. Am Samstag haben wir zu hoch verloren", erkannte Gifhorns Trainer Hans-Werner Niesner.
Protest werden die Gifhorner dennoch einlegen. "Die Spielordnung ist so nicht in Ordnung. Wir haben auf dem Spielberichtsbogen einen Protestvorbehalt eingetragen", wird die Aufstiegsrelegation ein Nachspiel haben. Chaotisch übrigens auch die Rückfahrt des NBV-Teams. "Wir standen bei Hermsdorf zwei Stunden im Stau, weil die Autobahn wegen Brückenarbeit voll gesperrt war." Um 4 Uhr morgens war der NBV-Tross wieder daheim
Gifhorns Nummer 2 Maurice Niesner zeigte sich recht gefasst: "Heute ist die Enttäuschung nicht so groß. Samstagabend war es schlimmer. Realistisch gesehen waren wir Außenseiter, und der Ausfall von Olga Konon hatte unsere Ausgangssituation nicht gerade verbessert", ärgerte er sich über die Begleitumstände. In seinen Einzelspielen gegen den Finnen Anti Viitikko war er chancenlos. "Der war zu stark für mich."
Und Maurice Niesner blickte gleich voraus: "Wir müssen die Lehren aus den Relegationsspielen ziehen. Aus der Sache mit den Bällen oder dem Einsatz des Inders muss man lernen. Wir werden uns heute noch zusammensetzen und schon über die neue Saison sprechen."











