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14. Februar 2012
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Für Sabine Unger zählen nur alle Neune

TSV-Keglerin wurde bei ihrer erster Teilnahme auf internationaler Ebene mit der deutschen Mannschaft Weltmeisterin

Von Dennis Lendeckel

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LEBENSTEDT. "Gut Holz" lautet das Motto der Sportkegler. Für Sabine Unger vom TSV Salzgitter sind die Hölzer jedoch nur dann gut, wenn alle neun Kegel mit einem Wurf abgeräumt sind.

Dass sie zu den besten ihres Sports gehört, bewies die 48-Jährige sogar bei der Weltmeisterschaft. Bei den Damen A (ab 45 Jahre) gewann die Groß Mahnerin mit der deutschen Equipe überlegen den Weltmeistertitel der Mannschaften.

Nach drei Durchgängen zu je 120 Wurf feierte Unger ein gekröntes Debüt auf internationaler Ebene. Auch im Paarkampf der Damen belegte sie mit Rang sieben eine respektable Platzierung.

1974 begann Unger beim SV Union Salzgitter mit dem Kegeln. Ihr Bruder nahm sie mit und führte sie in die Geheimnisse dieses Sports ein. "Ich habe damals gedacht, das ist doch leicht, warum fallen bei den anderen so wenige Kegel um", lacht die sympathische Weltmeisterin. Bereits ein Jahr später debütierte die gelernte Bankkauffrau bei der Deutschen Meisterschaft, die sie seither erst dreimal verpasst hat.

1980 wechselte sie zum TSV Salzgitter. Fortan feierte sie enorme Erfolge. 27 Mal stand sie in der Niedersachsenauswahl. Bis 1990 stand sie an der Seite von Petra Renner regelmäßig auf dem Treppchen bei der Deutschen Meisterschaft und bis vor sechs Jahren spielte sie in der Damen-Bundesliga. Im vergangenen Jahr belegte sie auf nationaler Ebene den fünften Platz und rückte damit in den A-Kader auf, der sie zur WM-Teilnahme berechtigte.

Da mittlerweile nicht mehr genug Frauen für eine Bundesligamannschaft beim TSV Salzgitter kegeln, wirft Sabine Unger die etwa 2,8 Kilogramm schwere Kugel in einer gemischten Landesligamannschaft. Ihre persönliche Bestleistung steht bei 890 Holz. Maximal wären 1080 möglich. Über eine Spieldauer von 120 Würfen ist es nahezu unmöglich, immer die gleiche Stelle in der Gasse zu treffen, damit alle neun 30 Zentimeter hohen Kegel umfallen.

Besonders ärgern kann sich Unger, wenn entweder nur die linke oder rechte Hinterdame wackelt, aber nicht fällt. Denn für sie zählen nur "alle Neune". Mit weniger gibt sie sich nicht zufrieden.

Ihre nächsten Ziele hat Sabine Unger bereits gesteckt. Bei der Deutschen Meisterschaft, die in diesem Sommer in Salzgitter stattfindet, möchte sie den Endlauf erreichen, um im Nationalkader zu bleiben. Denn dann kann sie sich berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft in diesem Jahr und auf die Weltmeisterschaft 2011 machen.

So lange sie noch Erfolge feiert und ihre Gesundheit mitspielt, will die 48-Jährige weiter kegeln, aber für die Zeit danach hat sie schon ein paar Hobbys, denen sie sich widmen möchte. Dazu zählen Radfahren und Schwimmen. Doch ganz wird sie dem Kegeln nie den Rücken kehren. Und sei es nur zur Begleitung ihres Sohnes, der in der Bundesligamannschaft der Männer die Kugel über die Bahn schiebt und demnächst auch bei Weltmeisterschaft den Namen Unger vertritt.

Dienstag, 16.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11925656/menuid/2173

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