WM-Teilnehmerin inmitten echter Freunde
Badmintonspielerin Melanie Lehmann glänzt mit großem Siegeswillen und Einsatzbereitschaft – Nächste Meisterschaften fest im Blick
LEBENSTEDT. Wenn es in der Sporthalle des Gymnasiums am Fredenberg beim Training des SC Sportfreunde Salzgitter mal so richtig laut wird, kann es fast nur an ihr liegen. Doch Melanie Lehmann will beim Badminton damit nicht ihre Gegner einschüchtern, sondern macht nur ihrem Ärger über eigene Fehler lautstark Luft.
Langer Aufschlag, Annahme des Returns und schon versucht sie, Druck auf den Gegner aufzubauen. "Am liebsten schmettere ich den Ball ins gegnerische Feld, immer voll druff", grinst die 36-Jährige. Und wenn so ein Smash im Netz landet, kann sie sich genau so energisch ärgern, wie sie die kleinen "Federbälle" alles andere als zimperlich über das Netz schlägt.
Aber Melanie Lehmann kann auch filigran. Kurze Drops und vorne am Netz Bälle heben oder stechen sind für sie keine Fremdwörter. Was sie besonders auszeichnet, ist der absolute Siegeswille, die ständige Eigenmotivation und die immense Einsatzbereitschaft, keinen Ballwechsel verloren zu geben. "Ich bin so ein richtiges Kampfschwein", scherzt die spielstärkste Frau in Reihen der Sportfreunde.
Wie stark Lehmann ist, bewies sie im vergangenen Jahr mehrfach. Bei der Landesmeisterschaft ihrer Altersklasse O 35 musste sie sich noch verletzungsbedingt mit Platz vier begnügen. Bei der Norddeutschen Meisterschaft landete sie mit Platz drei auf dem Treppchen, den sie bei der Deutschen Meisterschaft in Duisburg wiederholte. Im Doppel schaffte sie mit ihrer Partnerin den fünften Rang.
Dank dieser beiden nationalen Spitzenplatzierungen wurde die kaufmännische Leiterin im Bereich High Tech, Transport und Montage für die Weltmeisterschaft nominiert. In Spanien schaffte es Lehmann im Einzel bis ins Achtelfinale und im Doppel mit Claudia Bludau ins Viertelfinale. "Es war einfach genial in Punta Umbria, ein sportlich tolles Turnier und dazu eine Woche Sonne, Strand und Meer", erinnert sich Lehmann.
Durch ihren beruflich bedingten Umzug nach Karlsruhe Anfang dieses Jahres ist es noch ungewiss, ob sie weiter für die Sportfreunde auf Punktejagd in der Verbandsklasse gehen kann. Da sie regelmäßig ihre Eltern in Berlin besucht, würde sie das gern mit den Spielen verbinden. Die Mannschaft wäre die Reise über Salzgitter wert, wie Lehmann für sich selbst empfindet.
Die Sportfreunde sind für sie auch außerhalb des Sports Freunde. Diese trifft sie sowohl auf als auch außerhalb des Platzes, um zu klönen oder Spieleabende zu genießen. Manchmal legt Lehmann auch einen Wellness-Tag ein, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Danach geht sie wieder hoch motiviert und extrem ehrgeizig auf das Spielfeld, um sich beim Badminton richtig auszutoben.
Und das macht sie seit sie laufen kann. Ihre Eltern spielten bereits Badminton und da fiel der Apfel nicht weit vom Stamm. "Es ist ein Sport, der Taktik, Kraft, Ausdauer und technisches Geschick erfordert", verrät Lehmann, was sie am Badminton fesselt.
Die nächsten Ziele sind bereits gesteckt. Über die Norddeutsche Meisterschaft will sich Lehmann für die deutschen Titelkämpfe qualifizieren. Und dort dann wieder überzeugend spielen, um auch die Qualifikation für die Europameisterschaft in Irland zu schaffen. Und auf der grünen Insel möchte sie dann beweisen, dass sie alles andere als grün hinter den Ohren ist. Dann heißt es für die gebürtige Berlinerin wieder: "Einfach voll druff".













