Richterliches Urteil: Darts ist kein Glücksspiel
"This is no game of chance", urteilt 1908 ein britischer Richter Auch in Salzgitter gibt es erfolgreiche Vereine und Clubs
SALZGITTER. Klar, jeder hat schon einmal im Restaurant, der Kneipe um die Ecke oder im Spielzeug- oder Sportgeschäft eine Dartscheibe gesehen. Der Ursprung dieses Sports, der auch in Salzgitter erfolgreich gespielt wird, soll in antiken Wurfspeeren liegen.
Für den unbedarften Laien findet Darts in Kneipen statt oder er wirft selbst im heimischen Wohnzimmer kleine Pfeile auf bunte Zielscheiben. Dabei ist Darts ein ernst zu nehmender Sport, der schon lange aus der Schmuddelecke heraus ist und auch in Salzgitter sehr professionell und vor allem erfolgreich betrieben wird.
Waren die Schöninger Speere die ersten Darts?
Tatsächlich vermuten einige Historiker die Ursprünge des Dartsports schon vor 400 000 Jahren. Dass der europäische Urmensch, der mit den Schöninger Speeren auf Großwildjagd gegangen ist, Urheber des Dartspiels sei, ist wohl eher mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Andere Historiker wiederum sehen die Anfänge des Sports um 144 vor Christus. Gladiatoren und Soldaten trainierten mit abgebrochenen Speer- und Pfeilspitzen, die auf Baumscheiben geworfen wurden, um die Geschicklichkeit für den Kampf zu schulen. Aus den Wurfspeeren des Mittelalters sollen sich im Frankreich des 16. Jahrhunderts kleine speerähnliche Wurfpfeile als Waffen entwickelt haben. Diese Kampfgeräte waren auch in England sehr bekannt. Angeblich schenkte die Mutter von Queen Elisabeth I, Anna Boleyn ihrem späteren Ehemann, König Heinrich VIII 1530 einen Satz dieser pfeilähnlichen Geschosse.
Fast 370 Jahre später, um das Jahr 1896 herum, zeigten sich die ersten Ähnlichkeiten zu dem Darts, das wir heute kennen. Der britische Zimmermann Brian Gamlin normierte die Felder-Einteilung des sogenannten London-Boards. Diese hat bis heute Bestand. Zwei Jahre darauf wurden in den USA Flights, das sind Dartflügel, aus Papier zum Patent angemeldet. Diese Darts lösten die bis zu diesem Zeitpunkt populären Pfeile mit Truthahnfedern als Flugstabilisatoren ab. 1904 wurden sie erneut überarbeitet. Die bis dahin hölzernen Flugkörper wurden erstmals aus Metall hergestellt.
Gericht urteilt 1908, dass Darts kein Glücksspiel ist
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts galt Darts als Glücksspiel. Dann wurde es in einer Gerichtsverhandlung zum Geschicklichkeitsspiel erklärt. Der britische Gastwirt Jim Garside, Inhaber eines englischen Pubs, wurde 1908 wegen Wetten auf Darts angeklagt. Mithilfe des Spielers William 'Bigfoot' Anakin konnte Garside das Gericht zum Urteil bewegen, dass Darts kein Glücks- sondern ein Geschicklichkeitsspiel ist. Anakin bewies im Gerichtssaal seine Treffsicherheit, indem er dreimal die 20 traf. Die Entscheidung des hohen Gerichts fiel ebenso knapp wie eindeutig aus: "This is no game of chance" - Dies ist kein Glücksspiel.
1992 gründeten 16 Elite-Spieler der British Darts Organisation (BDO) parallel zum Darts-Weltverband (WDF) eine reine Profi-Liga, die Professional Darts Corporation (PDC). Zwei Jahre darauf richtete diese Liga zum ersten Mal die "World Professional Darts Championchip"aus. Seit 2004 wird sie im Sportfernsehen übertragen und sorgt mit für die zunehmende Popularität des Sports auch in Deutschland.
In Salzgitter gibt es verschiedene Dart-Clubs. Die DC Lumberjacks e.V. sind in der Niedersachsenliga, in der zweiten Bezirks- und Kreisliga, sowie in der Kreisliga vier vertreten, die Diabolo Knights spielen in der Verbandsliga Ost.
Die "Black Hearts" spielen in der Freien-Sport-Liga-Harz und in der Bezirksklasse. Die "DC Tobis" sind in der A-, B-, und C-Liga des Deutschen Sportautomatenbunds (DSAB) vertreten. In der A- und B-Liga spielen die "Geächteten". Die "Gallier 2", die "Kümmerling-Darts" und die "White Sharks" darten in der C-Liga. Und in der B- und C-Liga tragen die "Hearts of Darts" ihren Sport aus.













