Gerhard Weidner feiert 75. Geburtstag
Salzgitteraner Geher nahm an drei Olympischen Spielen teil Höchste DLV-Auszeichnung erhalten "Sportliches Urgestein"
SALZGITTER-BAD. An drei Olympischen Spielen nahm er teil der Salzgitteraner Gerhard Weidner ist ein Ausnahmensportler. Heute wird der heute noch aktive Sportler 75 Jahre alt.
Weidner wurde am 15. März 1933 in Magdeburg als letztes von fünf Kindern geboren. Der Salzgitteraner gehörte von Mitte der 60er- bis Ende der 70er-Jahre zu den profiliertesten Gehern des Deutschen Leichathletik-Verbandes (DLV). Noch heute läuft der Sportsmann um den Salzgittersee oder in den Lichtenbergen bei jedem Wetter zieht er seine Runden.
Weidner kam über Umwege zum Gehen. Er begann zunächst als Läufer und gewann 1951 den bei den Deutschen Waldlaufmeisterschaften in Uelzen als Rahmenwettbewerb für die männliche Jugend ausgeschriebenen Lauf über 2260 m.
Danach trat er als Läufer nicht mehr sonderlich in Erscheinung. Verstärkt spielte er von nun an Handball. Eineinhalb Jahrzehnte blieb er diesem Sport treu. Er entwickelte sich beim Feldhandball zu einem zuverlässigen Mittelläufer.
Anfang der 60er-Jahre überredete ihn der Europameisterschafts-Teilnehmer im 20 Kilometer-Gehen, Karl-Heinz Pape, an einem Geher-Wettbewerb teilzunehmen und Weidner entdeckte seine Leidenschaft für diese Sportart.
Der Seiteneinsteiger gewann als 33-Jähriger seinen ersten Deutschen Meistertitel im 50 Kilometer-Gehen (1966). Es folgten sowohl in Einzel- als auch in Mannschaftswettbewerben weitere elf Titel. Darüber hinaus stellte Weidner in seiner Laufbahn ebenso Weltrekorde auf.
Der Salzgitteraner vertrat den DLV bei zahlreichen internationalen Meisterschaften. So war er 1968 und 1972 bei den Olympischen Spielen über 50 Kilometer sowie 1976 über 20 Kilometer am Start.
Bei den Olympischen Spielen 1972 in München waren die Geher des DLV auf der langen Strecke besonders erfolgreich: Bernd Kannenberg gewann die Goldmedaille über 50 Kilometer, Gerhard Weidner belegte bei starker Konkurrenz den sechsten Platz.
Das Mitglied des TSV Salzgitter nahm zudem an einer Welt- und vier Europameisterschaften teil. Insgesamt wurde Weidner 62 Mal in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Hätte es 1980 nicht den Olympiaboykott von Moskau gegeben, vielleicht wäre es die Olympia-Stunde des Gerhard Weidner geworden. "Ich war gut in Form ich hätte wie in München unter die ersten sechs kommen können", erklärt Weidner. "Doch für die Sportler, für die es die ersten Olympischen Spiele gewesen wären, war es schlimmer", fügt der Salderaner hinzu.
Der gelernte Installateur gewann seinen letzten Titel in der allgemeinen Klasse mit 46 Jahren im August 1979 in Stuttgart, als er über 20 Kilometer erfolgreich war. Auch als Senioren-Geher nahm Weidner bis zum vergangenen Jahr an nationalen und internationalen Meisterschaften teil in der Regel erreichte Weidner das Ziel als Deutscher Meister, Europa- und Weltmeister.
Seine Leistungen wurden mit Ehrungen gewürdigt. So wurde ihm das Silberne Lorbeerblatt verliehen. Im gleichen Jahr (1979) erhielt er die höchste DLV-Auszeichnung, den Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis. "Nur einmal im Jahr erhält ein Leichtathlet diese Auszeichnung", berichtet Weidner stolz. Auch die Stadt Salzgitter zeichnete den Ausnahmesportler aus.
Im vergangenen Jahr entschied sich Weidner nach 40 Jahren, mit dem Gehen aufzuhören. Nun hält sich der Vater eines Sohnes wieder mit dem Laufen fit. "Fünf Trainingseinheiten stehen pro Woche an." Insgesamt legte Weidner zu Fuß eine Strecke von 230 000 Kilometern zurück er umrundete also sechsmal die Welt.
"Ohne Zweifel kann Gerhard Weidner als das sportliche Urgestein Salzgitters gezählt werden. Mit Weidner vollendet heute einer der erfolgreichsten Leichtathleten Niedersachsens sein 75. Lebensjahr", gratuliert Clemens Löcke, Pressesprecher des Niedersächsischen Leichtathletik-Verbandes.
Seinen heutigen Geburtstag feiert Weidner im Kreise seiner Familie.













