Das lange Warten hat ein Ende
US-Aufbauspieler Song Cun gibt nach fünfmonatiger Verletzungspause sein Heimdebüt bei den Herzögen
Bezeichnend für die turbulente Saison der Pro B-Zweitliga-Basketballer Herzöge Wolfenbüttel: Es gibt selbst nach 23 absolvierten Spieltagen noch ein Novum. Gegen den TV Lich bestreitet Aufbauspieler Song Cun morgen (17 Uhr, Lindenhalle) seine erste Heimpartie.
Seit sich der US-Amerikaner im Pokalspiel gegen Hermsdorf Ende September die Schulter auskugelte und daraufhin operiert werden musste, war er zum Zuschauen verdammt. Rund fünf Monate und ein detailliertes Rehaprogramm später stand Cun am vergangenen Wochenende in Weißenhorn erstmals wieder auf dem Parkett.
"Es war eine wirklich harte Zeit für mich. Zwar habe ich immer zum Team gehört und versucht, den Jungs von außen Tips zu geben, aber es tut schon weh, nicht auf dem Feld stehen zu können", blickt der 30-Jährige auf seine lange Leidenszeit zurück.
In Weißenhorn kam Cun auf dreieinhalb Minuten Spielzeit die Einsatzzeit bei seiner morgigen Heimpremiere im Herzöge-Trikot hängt laut Trainer Benjamin Travnizek stark vom Verlauf der Begegnung ab. "Er wird ganz sicher spielen, aber wir werden kein unnötiges Risiko eingehen. Wenn die Sache frühzeitig entschieden ist, werden wir ihn vermutlich schonen."
Schließlich habe Cun erst am Donnerstag sein erstes volles Fünf-gegen-Fünf-Training nach der Verletzungspause absolviert. Mit Blick auf die kommenden Wochen wäre es allerdings wichtig, ihn wieder ins Geschehen zu integrieren. Denn Martin Kemp, der derzeit als Aufbauspieler startet, wird nach dem Lich-Spiel zwei Wochen nicht zur Verfügung stehen. "Martin muss studiumsbedingt nach Shanghai und wird uns deshalb zwei Partien fehlen", erklärt Travnizek.
Da passt es natürlich, dass diese Verantwortung ausgerechnet jetzt auf die Schultern Cuns übertragen werden kann. Er selbst will aber am liebsten gar nicht mehr an seine Verletzung denken: "Ich will mich nur noch auf das Spiel konzentrieren und 110 Prozent geben."
Wie sehr sich der nur 1,72 Meter große Cun auf diesen Moment gefreut hat, verdeutlicht seine Einstellung zum morgigen Spiel: "Eigentlich ist es mir egal, gegen wen wir auflaufen. Ich möchte einfach nur spielen, mit dem Team eine gute Leistung abliefern und gewinnen."
Dass die Gäste aus Hessen nicht zu unterschätzen sind, obwohl sie derzeit auf einem Abstiegsplatz stehen, weiß Cun natürlich trotzdem. Und Coach Travnizek wird sein Übriges tun, um seine Jungs zu warnen: "Lich hat mit Thomas Fairley und Mychal Green zwei starke US-Amerikaner. Dazu kommt Peer Wente, der vor allem von jenseits der Dreierlinie stets gefährlich ist."
Doch damit nicht genug. Travnizek rechnet fest damit, dass in der Lindenhalle auch Johannes Lischka auflaufen wird, der per Doppellizenz für den Bundesligisten LTi Gießen und die Basketbären aus Lich auf Korbjagd geht: "Zuletzt haben sich die Spiele von Gießen und Lich meist zeitlich überschnitten. Das ist an diesem Wochenende aber nicht der Fall." So könnten die Zuschauer also in den Genuss kommen, den 23-jährigen deutschen Nationalspieler live zu sehen. Auf der anderen Seite kann Travnizek im Gegensatz zur Vorwoche zumindest personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Clemens Beier (Krankheit) ist ebenso wieder im Kader wie Benedict Seebode (Klassenfahrt).













