Uwe Akeston trotzte dem Spielmannszug
Folge 41: Der Vater blieb trotz starker Konkurrenz beim Handball und überzeugte anschließend seine Söhne
Die Akestons sind eine Handballerfamilie. Die Leidenschaft für das Hallenspiel mit dem kleinen Lederball, die Vater Uwe vor fast vier Jahrzehnten packte, übertrug sich schließlich auch auf die Söhne Ole, Bengt und Peer.
Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Hornburger ihre Leidenschaft nicht auch ausleben, egal ob als Spieler, Schiedsrichter oder Trainer. Der 51-jährige Uwe Akeston kam als Jugendlicher über den Hornburger Klaus Demmler, damals Feldhandballer beim MTV Hornburg, zu dem Sport. "Er fragte mich und einige andere, ob wir eine Jugendmannschaft gründen wollen", erinnert sich Akeston. Gesagt, getan. "Wir hatten die Mannschaft sofort zusammen." Die Freude darüber hielt jedoch nur ein Jahr. "Der Spielmannszug wurde gegründet. Viele wechselten dorthin", erzählt Akeston. Er blieb und übernahm die Jugendmannschaft nach zwei Jahren als Trainer.
Viele Jahre blieb Akeston, der heute als Konrektor an der Realschule Goldene Aue in Goslar arbeitet, dem MTV treu. Sowohl als Spieler als auch als Jugend- und Männertrainer. Zwischenzeitlich zog die Familie nach Braunlage. Akeston gab dort ein zweijähriges Trainergastspiel bei den Landesliga-Männern der HSG Bad Harzburg.
In Braunlage schnupperte der älteste Sohn Ole beim Eishockey rein, gab nach vier Jahren jedoch auf und ging zum Handball. Sein Vater trainierte inzwischen eine Hornburger Frauenmannschaft. Ole war stets in der Halle dabei. "Ich habe zuerst nur einige Bälle durch die Halle geworfen. Irgendwann fing ich dann bei den Mini-Handballern an", erinnert sich der 24-Jährige, der in Köln Mathe und Chemie studiert.
Beim Polizei SV Köln ist Ole Trainer und Spieler in Personalunion. Und das mit Erfolg: Im Mai gelang der Aufstieg in die erste Kreisklasse. "Wir sind eine Studententruppe und haben durchaus das Zeug, noch drei Klassen höher zu spielen." Sein Bruder Peer ist mit 19 der Jüngste des Trios. Er kam eher zufällig zum Handball. "Ich spielte erst Fußball. Als beim Handball jemand fehlte, sprang ich ein. Die Regeln haben mir meine Mitspieler während des Spiels erklärt." Der Linksaußen ist inzwischen nah dran am Männerteam des frisch fusionierten Landesligisten HSG Schladen-Hornburg 08. Sein Wissen über den Handball vermittelt er künftig der weiblichen C-Jugend in der HSG als Trainer weiter.
Der dritte im Bunde, Bengt, ist bereits einen Schritt weiter. Die von ihm trainierte C-Jugend der HSG stieg vor vier Wochen in die Landesliga auf. Die aktive Zeit des 21-Jährigen dagegen ist gezeichnet von Verletzungen. "Ich wurde immer wieder zurückgeworfen und kam nie so richtig in Schwung. Trainer zu sein, macht mir deshalb mittlerweile mehr Spaß als selbst zu spielen."
Wann immer die Akestons sich treffen, wird gekickt. "Das ist ein Familienritual. Wir brauchen nur eine grüne Wiese und einen Ball", erzählt Vater Uwe von der Abwechslung.











