Dicker Schal oder blanke Brust
Wie Spieler, Fans und Trainer mit der bitteren Kälte von Kasan umgingen
WOLFSBURG. Allzu lange wollten die Profis des VfL Wolfsburg dann doch nicht mehr mit ihren Fans das wichtige Unentschieden bei Rubin Kasan feiern. Zwar bedankte sich die Mannschaft höflich bei den knapp 30 nach Russland mitgereisten Anhängern nach der Europaliga-Partie ging es dann aber schnell in die warme Kabine. Denn die Kälte von Kasan hatte es in sich.
Traditionell sind Fußball-Reisen nach Osteuropa im Winter gefürchtet, der Spieltermin im März ließ die Hoffnung auf angenehmere Temperaturen zu. Doch nicht nur der deutsche, auch der tatarische Winter hält sich dieses Jahr hartnäckig. Unter minus zehn Grad herrschten am Donnerstag bei Anpfiff im Zentralstadion. VfL-Stürmer Obafemi Martins bekannte nach der Partie: "Klar ist es in Deutschland auch kalt. Aber das hier war noch einmal etwas ganz Anderes."
Die Akteure auf und neben dem Platz hatten ihre Methoden, mit den Minusgraden umzugehen. "Wölfe"-Torwart Marwin Hitz trug Schal, Zvjezdan Misimovic einen aus einer Mütze selbstgebastelten Halswärmer. Die Profis von Rubin Kasan legten erst unmittelbar vor dem Anpfiff ihre Jacken ab. Und auch dem portugiesischen Schiedsrichter Pedro Garcia machte die Kälte irgendwann zu schaffen. In der 63. Minute ließ er sich Handschuhe geben.
Abgehärtet präsentierte sich dagegen Rubin-Trainer Kurban Berdyev, der nur im Anzug und ohne Mantel auf der Bank saß. Auf den Tribünen verzichteten die Zuschauer weitgehend aufs Sitzen, um nicht ganz auszukühlen. Der harte Kern der Kasaner Fans entledigte sich in den Schlussminuten der Partie aber noch der Oberkörperbekleidung, um der Mannschaft noch einmal vollen Einsatz vorzuleben. Da hatte sie Misimovic mit seinem Tor zum 1:1 allerdings bereits kalt erwischt.













