Bundesweite Razzia gegen Neonazi-Gruppe
Polizei durchsuchte auch Wohnungen der Gefangenenhilfe HNG in Niedersachsen
und unseren Agenturen
BERLIN. Die Polizei ist gestern in neun Bundesländern gegen die neonazistische "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG) vorgegangen. Dabei wurden laut Bundesinnenministerium in Berlin mehrere Räume des Vereines durchsucht und Unterlagen beschlagnahmt.
"Auch in Niedersachsen wurden eine Handvoll Wohnungen von HNG-Mitgliedern durchsucht", bestätigte Maren Brandenburger, Sprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes, unserer Zeitung. "Das Ministerium prüft ein Verbot der HNG. Dafür wurde Beweismaterial gesammelt", sagt Brandenburger. Das Verfahren läuft, daher dürfe sie nicht sagen, wo die Wohnungen in Niedersachsen durchsucht wurden, so die Sprecherin.
Die zentral geführte HNG wurde 1979 gegründet. Sie ist mit rund 600 Mitgliedern die größte neonazistische Organisation in Deutschland. 50 HNG-Mitglieder wohnen in Niedersachsen.
Regionale Schwerpunkte der Polizei-Aktionen waren neben Niedersachsen die Länder Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Vereinzelte Durchsuchungen gab es zudem in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin und Baden-Württemberg. Erklärtes Ziel der HNG ist die "Betreuung und Unterstützung rechtsgesinnter nationaler Gefangener".













