Städte müssen sich auf Tropennächte vorbereiten
Wetterdienst fordert wegen Klimawandel Vorsorge der Kommunen vor Hitzewellen
BERLIN. Hitzewellen, Überschwemmungen, Unwetter der beschleunigte Klimawandel stellt Deutschland vor neue Herausforderungen, warnt der Deutsche Wetterdienst.
"Der Klimawandel ist schon jetzt Teil unseres Lebens geworden, jeder muss sich damit auseinander setzen", erklärte der Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Wolfgang Kusch, gestern in Berlin. Die Zahl der heißen Tage oder der sommerlichen Starkniederschläge habe bereits deutlich zugenommen, auch die 15 Millionen Pollenallergiker müssten schon mit einer längeren Pollenflugsaison rechnen.
Dass der April 2009 wohl der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist, hat die Meteorologen kaum noch überrascht auch wenn eine Temperaturabweichung bis sechs Grad in Niedersachsen gegenüber dem langjährigen Mittel ein enormer Sprung ist. Für den Wetterdienst ist die Konsequenz klar: "Klimaschutz ist nur auf zwei Beinen erfolgreich", mahnte Präsident Kusch. "Zur Verringerung der Emissionen muss die frühzeitige Anpassung an den unausweichlichen Klimawandel kommen."
Vor allem die Großstädte müssten rechtzeitig Vorsorge treffen und bei der Bauplanung die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen. Nach den Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes wird es vor allem in Ballungsräumen und dicht bebauten Städten immer mehr warme Tage und bei über 30 Grad heiße Tage geben. Mitte des Jahrhunderts könne in Frankfurt jeder sechste Tag im Jahr wärmer als 25 Grad Celsius sein. Auch "Tropennächte" nehmen demnach zu.
Durch die längeren Hitzeperioden drohten den Bürgern in den Städten gesundheitliche Schäden, wenn nicht gegengesteuert werde. "Als Daumenregel gilt: Menschen sollen im Freien in Hitzephasen innerhalb von fünf Gehminuten schattige Zonen aufsuchen können", sagte Klimaexperte Paul Becker. Dies sei aber in vielen Städten heute nicht möglich. Eine klimaverträgliche Stadt brauche einen Grünflächenanteil von mindestens einem Viertel des Gebiets, aber auch Frischluftzufuhr durch Grünzüge oder Alleen.













