Sind wir allein? Auf der Spur außerirdischen Lebens
Die Weltraumbiologin Gerda Horneck aus Köln im Interview
BRAUNSCHWEIG. Die Astroforscherin Dr. Gerda Horneck hielt gestern im Haus der Wissenschaft einen Vortrag zum Thema "Gibt es neben uns Leben im Weltall?". Volontärin Nina Wodicka hat mit der Biologin aus Köln gesprochen.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die ersten Menschen auf dem Mars dort auf Lebensformen treffen werden?
Wir hoffen, dass diese Frage schon beantwortet ist, bevor wir die ersten Menschen dort hingeschickt haben, weil die Menschen selbst eine ganze Menge Keime mitbringen. Das könnte die Untersuchungen stören. Dann sagt man ,wir haben Leben auf dem Mars entdeckt und eigentlich waren es nur mitgeschleppte Mikroorganismen.
Deswegen werden wir sehr wahrscheinlich mehrere robotische Missionen durchführen und Proben zurückbringen, um zunächst zu untersuchen, ob es Leben auf dem Mars gibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass dort einmal Leben entstanden ist, das sich in irgendwelche Schlupfwinkel zurückgezogen hat und da noch existiert, ist recht hoch. Am Anfang war der Mars ähnlich wie die Erde warm, feucht und er hatte ein nettes Klima. Es gab flüssiges Wasser, so dass wir annehmen, dass dort Leben entstanden sein könnte. Ich glaube, es könnte sich den veränderten Bedingungen heute auf dem Mars angepasst haben.
Sie waren nie selbst im Weltall. Hat Sie das nicht gereizt?
Nein, das wollte ich nie. Ich lasse meine Experimente im Weltraum durchführen, schicke meine Mikroorganismen rauf, um sie unter Extrembedingungen zu untersuchen. Wenn es die Möglichkeit gibt, zum Mars zu fliegen, bin ich sofort dabei.
Wie stehen Sie Science-Fiction-Filmen gegenüber, die von intelligentem Leben auf fremden Planeten handeln?
Die habe ich mir ganz selten angeschaut. Diese Filme sind unterhaltsam, haben aber nichts mit meiner Arbeit zu tun.
Sie sind im Ruhestand, forschen aber fleißig weiter auf Ihrem Gebiet...
Ich mache das, was mir wirklich Spaß macht. Ich bin allerdings noch in Experimente involviert, die ich auf der Raumstation ISS leite. Aber jetzt bin ich doch eher dabei, junge Leute zu beraten, Sitzungen zu organisieren und Bücher rauszubringen.
Welches Forschungsergebnis sehen Sie als Ihr erfolgreichstes?
Auf einer Langzeitmission der Nasa hatten wir unsere Bakteriensporen für ein Jahr exponiert, und zwar geschützt vor den ganzen Weltraumfaktoren, also auch der Sonnenstrahlung. Dann gab es leider das Challenger-Unglück, so dass die Sporen nicht ein Jahr, sondern sechs Jahre im Weltraum blieben. Nach dieser langen Zeit fanden wir heraus, dass 70 bis 80 Prozent von ihnen überlebt hatten. Das ist ein Ergebnis, das noch nicht widerlegt und noch nicht wiederholt worden ist.













