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04. Februar 2012
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Birma zwingt Helfer zur Tatenlosigkeit

Heftige Kritik am Starrsinn des Militärregimes – Hilfstransporte stehen bereit

Von Thomas Parr

BANGKOK. Mit Tausenden von anderen Helfern wartete der Arzt Wolfgang Riske aus Meinersen auch gestern vergebens in Bangkok auf das Signal zum Aufbruch in Birmas Katastrophengebiet.

Lediglich eine von vier Hilfstransporten des Welternährungsprogramms (WFP) erhielt gestern eine Landeerlaubnis für den Flughafen von Rangun. Transportmaschinen der USA erhielten entgegen vorheriger Zustimmung schließlich doch keine Landeerlaubnis, wie die US-Botschaft im thailändischen Bangkok mitteilte.

Beobachter und Birmas Opposition befürchten, dass die Junta die Lieferungen von der Armee entgegennehmen und zwischenlagern lässt, um sie dann erneut von Hilfsorganisationen ankaufen zu lassen.

"Der Frust sitzt tief", sagte Riske gestern am Telefon. Der 65-jährige Arzt aus Meinersen (Kreis Gifhorn) ist für die christliche Hilfsorganisation Humedica nach Bangkok geflogen. "Die Situation zehrt an den Nerven, denn wir wissen, was uns in Birma erwartet."

CNN-Korrespondent Dan Rivers, der als erster westlicher Journalist mit seinem Team in die Katastrophenregion vordringen konnte, berichtete gestern in Spiegel-online von Menschen, die mit blutenden Wunden herumirren, von verwaisten, hilflosen Kindern, von Leichen, die in Flüssen treiben und das Wasser verseuchen, von Menschen, die in Häusern ohne Dächer sitzen und schutzlos dem unerbittlichen Regen ausgesetzt sind.

Menschen prügelten sich um Trinkwasser, andere plünderten Lebensmittelgeschäfte.

Unterdessen wächst die internationale Kritik an Burmas Militärjunta.

Die Bundesregierung, die US-Regierung, die EU und zahlreiche Organisationen appellierten an die Junta, die angebotene Unterstützung für Hunderttausende vom Zyklon betroffene Opfer zuzulassen. Bisher zeigten die Appelle keine Wirkung.

Gleichwohl laufen die Vorbereitungen in aller Welt weiter.

Humedica aus Kaufbeuren beispielsweise will ein weiteres Team unter Leitung des Arztes Christian Scholber aus Hannover nach Birma schicken.

Der Malteser-Hilfsdienst in Köln stellt derweil Medikamenten- und Trinkwasser-Transporte zusammen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte, die Bundesregierung sei über die zugesagte Soforthilfe in Höhe von einer Million Euro hinaus zu weiterer Unterstützung bereit. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will ein Team des Technischen Hilfswerks zur Trinkwasseraufbereitung nach Birma entsenden.

US-Außenministerin Condoleezza Rice betonte in Washington, es stünden Millionen von Dollars und zahllose Hilfsteams bereit.

Die Südostasiatische Staatengemeinschaft Asean forderte von Birma eine Verschiebung des Referendums über eine neue Verfassung. Die Militärjunta will die Abstimmung morgen ungeachtet der Katastrophe in weiten Teilen des Landes abhalten. "Jetzt auf dem Referendum zu beharren zeigt den Unwillen des Regimes, das Wohlergehen der Bevölkerung über seinen eigenen Wunsch zu stellen, an der Macht zu bleiben", schrieben die Parlamentarier.

Freitag, 09.05.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8422871/menuid/2181

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