Die Schenktabus Keine Dessous für eine Bekannte!
Stilberater gibt zur Bescherung Tipps Umfrage: die größten Weihnachtswünsche
BRAUNSCHWEIG. Darf ich meiner Frau einen Schnellkochtopf schenken, oder spucke ich ihr damit in die Suppe? Was ist mit einer Seidenkrawatte für meinen lieben Ehemann? Stilberater Uwe Fenner verrät, welche Tücken es beim Schenken gibt.
"Es gilt vor allem eins: Ich schenke nicht das, was mir selbst gefällt, sondern das, worüber sich der Beschenkte mutmaßlich freut." Ein Schnellkochtopf für die Kochbegeisterte, ein Designer-Flaschenöffner für den Weinliebhaber "je persönlicher das Geschenk ist, desto besser", sagt Fenner, der in Potsdam unter anderem Stilseminare gibt.
Tabus beim Schenken gibt es einige: "Ich schenke nichts, was den Beschenkten in eine peinliche Lage bringen könnte, seine schlechten Eigenschaften unterstreicht oder die Intimsphäre verletzt", sagt Fenner. Dessous für eine Bekannte etwa, ein Kochbuch für den Kochmuffel oder eine Bibel für den Nicht-Christen sollte man vermeiden. "Nicht missionarisch sein", rät der Experte.
Laut Fenner gilt: Wir schenken Gegenstände, die beim Beschenkten später gute Erinnerungen an einen wecken. "Geldgeschenken fehlt dabei jede Individualität". Der Schenker werde lediglich zum Mitbeschaffer eines Wunsches, den der Beschenkte sich selbst erfüllen könne. Ausnahme: enge Verwandte, die sich etwas leisten wollen, das sonst unerfüllt bliebe.
Ist ein Geschenk liebevoll verpackt und mit einer Grußkarte versehen, kann (fast) nichts mehr schiefgehen. "Ein Geschenk kann das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Beteiligten stärken."
Was aber, wenn das Geschenk nicht gefällt? Offen die Meinung sagen? "Niemals", sagt Fenner. Zwar ehrlich sein, aber eine geschickte Formulierung wählen.
Eine Umfrage im Internet mit 10 000 Befragten ergab: Vier von zehn wünschen sich zu Weihnachten eine Spielkonsole.













