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18. März 2010
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Verbissener Familienstreit um Macht und Milliarden

Wer bekommt bei Porsche die Oberhand, wenn der Emir von Katar einsteigt?

Von Markus Schlesag

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STUTTGART. Der Emir von Katar soll Porsche helfen, zudem die Förderbank KFW, angeblich auch Daimler. Doch ob es eine Lösung gibt, bestimmen einzig die Familien Porsche und Piëch. Und die haben sich im Streit ineinander verhakt. Ein Überblick.

Würde der Emir von Katar 25 Prozent oder sogar 29,9 Prozent der Porsche-Aktien übernehmen, wäre das Geldproblem gelindert. Zugleich aber hätte er ein Mitsprache-Recht – für die Eigentümerfamilien wäre das ein Novum. Zugleich wirft dies die Frage auf: Wer von den Eigentümern gibt eigentlich Anteile ab?

Anders gefragt, falls der Emir über eine Kapitalerhöhung einsteigt: Wer von den bisherigen Eigentümern hält seinen Anteil prozentual konstant, macht die Kapitalerhöhung also mit? Und wer kann sie sich leisten?

Es ist ein milliardenschweres Rechenexempel mit vielen Unbekannten. Porsche gibt nicht einmal bekannt, welcher Familienzweig welchen Anteil an der Holding hält. "Das ist ein gut gehütetes Geheimnis", sagt ein Porsche-Sprecher. "Die Familien müssen dies auch nicht veröffentlichen."

Mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Stammaktien liegt beim Porsche-Zweig, der kleinere Teil beim Piëch-Zweig der Familie. Wie genau die Prozente verteilt sind, lässt sich immer schwerer ergründen. So ist nicht klar, wie groß der Einfluss der Piëchs in der "Familien Porsche-Daxer-Piëch Beteiligungs GmbH" ist, die etwas mehr als ein Viertel der Aktien hält.

Bekannt – und bislang unwidersprochen – ist nur, dass die Brüder Ferdinand und Hans Michel Piëch jeweils 13,16 Prozent halten. Zusammen reicht dies offenbar, um Entscheidungen in der Porsche SE zu blockieren.

Sollte der Emir von Katar über eine Kapitalerhöhung Porsche-Stammaktien, erwerben, würde damit der relative Anteil der Familien und der Einfluss sinken. Einer dürfte diesen Einflussverlust kaum mitmachen wollen: Ferdinand Piëch. Um seinen Einfluss zu halten, müsste Piëch aber Kapital zuschießen. Nicht ausgeschlossen ist, dass er auch seinen Bruder Hans-Michel für diesen Schritt gewinnt – wenn der denn das Geld dafür aufbringt. Sollte es dazu kommen, würde der Piech-Zweig Macht gewinnen, der Porsche-Zweig Einfluss einbüßen.

Natürlich kann auch alles ganz anders kommen, die Machtbalance zugunsten des Porsche-Zweigs erhalten bleiben. Als sicher gilt unter Experten nur: Daimler wird wohl nicht einsteigen. Dazu fehle dem Konzern schlicht das Geld, sagt Nord-LB-Analyst Frank Schwope. Allenfalls tauge so eine Spekulation dazu, Katar unter Druck zu setzen.

Von Porsche hieß es gestern lediglich, man werde den Kreditantrag bei der staatliche Förderbank KFW nachbessern: "Das werden wir schnell tun", sagte ein Sprecher. Details nannte er nicht.

Dienstag, 23.06.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10525722/menuid/2182

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