Keine Zunahme von Infektionen in der Region
Campylobacter-Bakterien gefährden Alte und Kinder
BRAUNSCHWEIG. Auch wenn das Bundesinstitut für Risikobewertung immer mehr Infektionen mit durchfallverursachenden Campylobacter-Bakterien registriert: In unserer Region sehen Fachleute keine Zunahme der Fälle.
Rolf Nimtz vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Stadt Braunschweig ist seit fast 30 Jahren zuständig für Lebensmittelsicherheit. "Wir nehmen im Jahr etwa 25 Hähnchen-Proben in Supermärkten und Verarbeitungs-Betrieben", sagt Nimtz. "In drei bis fünf Fällen werden wir fündig – an diesem Wert ändert sich seit Jahren nichts." Die Betriebe, aus denen das betroffene Fleisch stamme, würden grundgereinigt und desinfiziert.
Erst seit den 90er-Jahren werde Geflügel routinemäßig auf Campylobacter-Bakterien untersucht, sagt Nimtz. "Sie haben die gleiche Wirkungsweise wie Salmonellen, sind aber nicht so robust." Salmonellen könnten sich hartnäckig im Darm halten. "Bei einer Campylobacter-Infektion wird einem schlecht, dann schmeißt der Körper die Erreger raus."
Ernsthafte Probleme könne eine Infektion aber Alten, Kindern und Kranken bereiten, sagt Ulrike Schlüter, Veterinärdirektorin in Braunschweig. "Es gibt inzwischen mehr Infektionen mit Campylobacter als mit Salmonellen."
Doch man könne sich leicht schützen. "Das Durchbraten von Hähnchenfleisch beseitigt eventuell vorhandene Salmonellen oder Campylobacter", sagt Schlüter. "Man muss aber auch aufpassen, Salat und rohes Hähnchen nicht auf demselben Brett zu schneiden – sonst können Erreger überspringen." Einfrieren helfe nicht gegen Campylobacter-Bakterien, ergänzt Rolf Nimtz: "Kälte macht den Burschen nichts aus."
Gemeldete Campylobacter-Fälle in der Region
2007 2008 2009
Stadt
Braunschweig 114
149 170
Kreis
Gifhorn
106 110 102
Kreis
Goslar
88 124 79
Kreis
Helmstedt
57 62 47
Kreis
Peine
73 94 85
Stadt
Salzgitter
46 57 56
Kreis Wolfenbüttel
51 82 65
Stadt
Wolfsburg
103 91 84
Region
Gesamt
638 769 688
Quelle: Robert-Koch-Institut













