Damit die Elektronik nicht spinnt
Erste TU-Beteiligung an Firmengründung Forscher mit einzigartiger Software
BRAUNSCHWEIG. Elektronik macht das Leben leicht. Oder eben auch nicht wenn sie plötzlich verrückt spielt in teuren Autos oder etwa in Handys. Dass mit Elektronik vollgestopfte Geräte künftig genau das tun, was sie sollen und für noch mehr will Symtavision aus Braunschweig garantieren.
Wissenschaftler am Institut für Datentechnik und Kommunikation (IDA) der Technischen Universität Braunschweig haben eine einzigartige Software entwickelt, die dafür sorgt, das verschiedene elektronische System miteinander funktionieren. Zwei Ex-IDA-Mitarbeiter, Dr. Marek Jersak und Dr. Kai Richter, haben fünf Jahre an der Software gearbeitet und nun die Symtavision GmbH gegründet. Ein Verfahrenspatent ist angemeldet. "Wir sind die Quelle des Ganzen", freut sich IDA-Leiter Professor Rolf Ernst.
Die Unternehmensgründung lag für beide nahe, denn die Resonanz auf die von ihnen im Institut mit entwickelte Software ist groß. Zudem fanden sie Unterstützung auf der kaufmännischen Seite: Als Business-Angel kam Uwe Köhler von Banson dazu. Jersak: "Das Trio funktioniert." Die Anschubfinanzierung habe "überraschend schnell die Nord-LB zugesagt", ergänzt Köhler.
"Nach Vorträgen in den USA hat man uns gefragt, warum wir damit nicht an den Markt gehen", berichten die Wissenschaftler. TU-Präsident Professor Jürgen Hesselbach betont: "Die Software hat ein Alleinstellungsmerkmal." Er will der TU-Ausgründung Schub verleihen: Gestern unterzeichnete Hesselbach für die TU eine Beteiligungserklärung.
Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp hätte sich mit Symtavision die rufschädigenden Elektronik-Pannen und Rückrufe bei der S-Klasse erspart. Ebenso BMW. VW hätte den Phaeton pünktlich auf den Markt bringen können, schmunzelt Hesselbach. "Zeit ist Geld." Die Software stellt bereits vor der Montage fest, ob es Elektronik-Probleme bei der Zusammenführung verschiedener Systeme geben wird. Dieser frühe Lösungsansatz verkürzt die Zeit bis zur Marktreife von Produkten erheblich, sagt Hesselbach.
Automobil- und Handy-Hersteller hätten Interesse bekundet. Samsung habe sich bereits für Symtavision entschieden, so Jersak.













