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14. März 2010
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Rollei weiter "made in Braunschweig"

Neues Unternehmen Franke & Heidecke baut und vertreibt die traditionellen Profi-Kameras

Von Klaus Sievers

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BRAUNSCHWEIG. Das Unternehmen Rollei zieht nach Berlin, um von dort künftig in Fernost eingekaufte digitale Konsumkameras zu vermarkten. Die klassischen Profi-Kameras von Rollei werden weiter in Braunschweig gebaut – von einem neuen Unternehmen mit altem Namen: Franke & Heidecke.

Dieser Name gehört zur Braunschweiger Industriegeschichte und hat weltweit noch heute einen guten Klang. Damit begann in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Erfolgsgeschichte von Rollei. 1928 kam die erste zweiäugige Spiegelreflexkamera der Welt auf den Markt. 1966 wurde Rollei dem Firmen-Namen Franke & Heidecke hinzugefügt, 1981 die Gründernamen gestrichen.

Vor einem Jahr wurde Rollei in Braunschweig in eine Vertriebs- und eine Fertigungsfirma aufgeteilt. Vier Manager haben jetzt die Produktion übernommen – mit geballten 120 Jahren Rollei-Erfahrung. Mit dabei als Gesellschafter sind auch zwei Enkel der Gründer – so war der Name Franke & Heidecke gesichert. Einer der Enkel, der 65-jährige Rainer Heidecke, will künftig im Unternehmen mitarbeiten.

Fertigung für Andere

Das neue alte Unternehmen baut in eigener Regie die Profi-Kameras von Rollei und vermarktet sie auch selbst. Dafür wird eine Lizenzgebühr an das Unternehmen Rollei bezahlt, erläutert Geschäftsführer Hans Hartje. Zugleich wolle man Kameras, Objektive und feinmechanische Komponenten auch für andere Unternehmen fertigen. Es werde bereits mit namhaften Firmen verhandelt, auch aus Japan.

Für diese Unternehmen könne man hochwertige Kameras in kleineren Stückzahlen durchaus wirtschaftlich in Braunschweig produzieren, betont Hartje. Interesse hätten beispielsweise die Hersteller digitaler Rückteile, die selbst keine Kameras herstellten. Denn bei Profi-Kameras im Mittelformat gibt es, so Hartje, weltweit nur noch zwei Kamera-Hersteller: Rollei und Hasselblad.

Franke & Heidecke bietet derzeit vier analoge Kamera-Typen an – wobei Hartje sich sicher ist, dass die klassische Analog-Technik der digitalen auch bei höchsten Auflösungen noch überlegen ist.

Jährlich 2000 Kameras

Gebaut werden in Braunschweig zwei elektronische Mittelformatkameras mit und ohne Autofokus, die auch digitalisiert werden können, sowie zwei Doppelauge-Kameras im Standard- und Weitwinkelformat. Anfang nächsten Jahres soll eine Tele-Kamera hinzukommen. Außerdem produziert Franke & Heidecke Objektive für die eigenen Kameras und Projektoren. Insgesamt werden jährlich 2000 Kameras abgesetzt – in Deutschland ausschließlich über den Fachhandel. Für den Vertrieb wird jetzt eine eigene Mannschaft aufgebaut. Insgesamt beschäftigt Franke & Heidecke 75 Mitarbeiter.

Donnerstag, 27.10.2005
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/4674512/menuid/2182

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