"Gutes Umfeld für Unternehmensgründer"
Dennoch liegt die TU Braunschweig bei einem bundesweiten Hochschulranking nur im Mittelfeld
BRAUNSCHWEIG. In einer Rangliste, wie deutsche Universitäten ihre Studenten als Firmengründer fördern, liegt die Technische Universität Braunschweig (TU) nur im Mitelfeld und hat an Boden verloren. Überraschender Bundessieger unter 72 Hochschulen ist die Uni Lüneburg. Deutlich verbessert hat sich die TU Clausthal.
Das belegt die Studie "Welche Universität bietet die besten Chancen?", die von Forschern der Universität Regensburg erstellt worden ist. Die Aussagekraft der Studie liege nicht in der Betonung der einzelnen Platzierungen, hat deren Initiator Dr. Jürgen Schmude erklärt. Dennoch: Die TU Braunschweig rutschte in einem Jahr vom 33. auf den 46. Rang ab, während die TU Clausthal vom 43. auf den 30 Platz kletterte.
Das macht Handlungsbedarf deutlich, bestätigt der Braunschweiger TU-Präsident Professor Jürgen Hesselbach: "Wir wollen eine Spitzenstellung im Technologietransfer. Das ist der Auftrag einer TU."
"Trotzdem gehören wir mit 50,1 Prozent der zu vergebenden Punkte zu den guten bis sehr guten Universitäten", betont Hesselbach mit Verweis auf Erläuterungen zur Studie. Selbst die renommierte Universität Stuttgart sei vom 5. auf den 38. Platz herabgestuft worden.
Die Gründe dafür sieht Hesselbach in veränderten Kriterien. So sei das Lehrangebot Gründungsausbildung stärker als früher gewichtet worden. Lüneburg habe eine Entrepreneur-Professur geschaffen. Hesselbach: "Das will ich nicht. Ich will einen Praktiker, der weiß, welche Probleme bei der Unternehmensgründung, aber auch bei einer Insolvenz auftreten. Das ist wichtig, aber da sind wir noch nicht so weit." In Braunschweig ist die Gründerberatung nicht in das Lehrangebot einbezogen und ist deshalb in der Studie nicht angerechnet worden.
Aber, es gibt sie. Und die Gründerberatung der TU zahlt sich ebenso aus wie die Technologie-Kontaktstelle: Innerhalb von etwa drei Jahren sind laut Hesselbach 30 Unternehmen aus der TU heraus gegründet worden.
"Das müssen wir immer wieder in den Medien kommunizieren, denn das ist eine wichtige Anregung für mögliche Gründer. Daran arbeiten wir", so Hesselbach. Bei der Vermarktung ihrer Aktivitäten, ein weiterer Bewertungs-Schwerpunkt, hat die TU nicht gut abgeschnitten.
Um sich an Hightech-Gründungen als öffentliche Anstalt finanziell beteiligen zu können, sei die Innovationsgesellschaft TU Braunschweig GmbH gegründet worden, zeigt Hesselbach Aktivitäten auf. Davon profitierten bereits zwei Mitarbeiter des Instituts für Datentechnik und Kommunikation (IDA).
Sie entwickelten eine einzigartige Software, die dafür sorgt, das verschiedene elektronische Systeme in der Praxis miteinander reibungslos funktionieren. Dr. Marek Jersak und Dr. Kai Richter gründeten die Symtavision GmbH. Die Unternehmensgründung lag für beide nahe, denn die Resonanz auf ihre Software ist groß.
Braunschweig habe ein gutes Umfeld für Hightech-Gründungen, betont Hesselbach. In Lüneburg werde den Studenten zwar beigebracht, wie man ein Unternehmen gründet. "Doch was macht dort der Student, wenn ihm die Idee dazu fehlt?"













