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12. Februar 2012
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VW stellt in Brasilien auf Alkohol um

Flex-Fuel-Autos haben Tanks für Bioethanol und Benzin – Vorerst keine Strategie für Deutschland

Von Elke Ebeling

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WOLFSBURG. Volkswagen produziert in Brasilien bald nur noch Autos, die auch mit Alkohol fahren. Ende des Jahres sollen in Sao Paulo nur noch Flex-Fuel-Fahrzeuge vom Band laufen. Das sind Autos, die sowohl mit Bioethanol als auch mit normalem Benzin betrieben werden können.

Diese Flex-Fuel-Fahrzeuge haben deshalb zwei Tanks, teilte VW dazu auf Anfrage mit. Der Hintergrund: Ethanol, das ist Alkohol, wird in Brasilien mit staatlicher Förderung seit Jahren aus Zuckerrohr hergestellt und als preiswerte Alternative zum Benzin getankt oder beigemischt. Der weltgrößte Zuckerproduzent will sich auf diese Weise unabhängiger vom teuren Erdöl machen. Jedoch: Ethanol ist wegen der starken Nachfrage sehr teuer geworden. Auch der Weltmarktpreis für Zucker ist deutlich gestiegen.

VW hatte 2003 als erster Hersteller den Gol als Flex-Fuel-Fahrzeug in Brasilien angeboten. Ford, Fiat und General Motors wollten VW den brasilianischen Markt nicht überlassen und zogen nach. Nun kommt der Flex-Fuel-Golf hinzu. VW kommt in diesem Segment auf einen Marktanteil von über 35 Prozent, vor Fiat mit 30 Prozent.

77 Prozent Marktanteil

Im Februar fuhren 77 Prozent der in Brasilien zugelassenen Neufahrzeuge mit dem speziellen Flex-Fuel-Motor. Nach Angaben aus Sao Paulo will VW in diesem Jahr diese Fahrzeugproduktion von 300 000 auf 450 000 Stück steigern. Die Autos sollen ausschließlich in Brasilien verkauft werden.

In Deutschland will VW keine Flex-Fuel-Autos produzieren. Das habe zwei Gründe. Einmal sei Ethanol nicht in den für einen flächendeckenden Einsatz erforderlichen Mengen verfügbar, zum anderen fehle die Tankstellen-Infrastruktur, heißt es in Wolfsburg.

Ford und Saab schätzen das anders ein. Sie haben mit dem Ford Focus FFV, dem Ford Focus C-Max FFV sowie mit dem Saab 9-5 Bio-Power Fahrzeuge am Markt, die den Bioethanol-Kaftstoff Crop-Power-85 fahren. Diesen Kraftstoff produziert die Südzucker in Zeitz. Er besteht zu 90 Prozent aus Bioethanol und zu 10 Prozent aus Benzin.

Nur Beimischung in Europa

Zusammen mit der Oil-Tankstellen GmbH im Unternehmensverbund der Marquard & Bahls AG, Hamburg, will Südzucker ein flächendeckendes Tankstellennetz vorantreiben. Von den rund 250 Oil-Tankstellen liegen mehr als 200 in Deutschland, die anderen in Österreich und in der Schweiz.

Bis 2010 schreibt die Europäische Union lediglich eine Beimischung biogener Kraftstoffe – also Bioethanol oder Biodiesel – von 5,75 Prozent vor. Ziel ist, auf diese Weise die Klimabilanz zu verbessern. Biokraftstoffe setzen nämlich kein zusätzliches Kohlendioxid frei, das für den Treibhauseffekt verantwortlich gemacht wird. Alle neuen VW-Fahrzeuge mit Otto-Motoren verkraften bereits eine zehnprozentige Beimischung, heißt es dazu in Wolfsburg.

VW setze hierzulande auf biogene Kraftstoffe der zweiten Generation. Derzeit werde mit Shell und Iogen die Machbarkeit einer Produktion von Zellulose-Ethanol in Deutschland geprüft. Synthetische Kraftstoffe aus Biomasse würden sich durchsetzen. Sie könnten sowohl als Beimischung als auch als reiner Kraftstoff ohne Änderungen der Infrastruktur eingesetzt werden. Synthetische Biokraftstoffe sollen sich gegenüber Biodiesel durch eine gleichbleibende Qualität auszeichnen.

Montag, 27.03.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5237118/menuid/2182

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