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12. Februar 2012
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Das Geschäft mit der Millisekunde

Braunschweiger Software-Firma Symtavision setzt auf schnelles Wachstum – Kunden in Europa und den USA

Von Jacqueline Carewicz

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BRAUNSCHWEIG. Zeit ist Geld, also lässt sich mit Zeitersparnis Geld verdienen. Die junge Softwarefirma Symtavision schreibt mit diesem Konzept eine Erfolgsstory wie aus dem Bilderbuch.

Die erste Hochschulausgründung, an der sich die TU Braunschweig selbst beteiligt, beschäftigt sich nämlich mit der Optimierung von Echtzeit-Technologien.

"Elektronische Systeme im Auto müssen in Sekundenbruchteilen auf kritische Ereignisse reagieren", erklärt Geschäftsführer Kai Richter. Der zweite Chef im Bunde, Marek Jersak, nennt das Beispiel Airbag: "Wenn die Sensoren einen Aufprall registrieren, müssen sie unverzüglich ein Signal ans Steuerungsgerät senden, das die Information an den Airbag gibt." Da geht’s um Millisekunden und das Leben des Fahrers.

Richter hat am TU-Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze ein Analyseverfahren entwickelt, das nicht auf Simulation setzt, sondern auf gekoppelte mathematische Modelle. Kommt es an einer Stelle zur Verzögerung, spielt die Software 1000 Konfigurationen durch, und die elektronische Architektur im Auto wird auf Alternativen geprüft.

Das hat nicht nur die TU beeindruckt, sondern auch den Braunschweiger Investor und Business-Angel Uwe Köhler. Er stieg als kaufmännischer Leiter in die GmbH ein und half den beiden promovierten Gründern, Startkapital aus dem Hightech-Gründerfonds von Bund und Industrie zu bekommen.

Mit fünf Mitarbeitern hat Symtavision Kunden aus Auto- und Zulieferindustrie in Europa und den USA akquiriert. 100 000 Euro Umsatz im ersten Geschäftsjahr sind laut Köhler eine Kennzahl, von der andere Gründer nur träumen. "Wir wollen schnell wachsen", sagt Jersak. "2010 sollten es schon ein paar Millionen Euro Umsatz sein", findet Köhler.

Dafür braucht man Vertriebsnetze im In- und Ausland. Zwei Partner sind im Boot, weitere werden gesucht. Einen festen Vertriebsmitarbeiter stellt die Firma im Braunschweiger Artmax demnächst ein und zwei Software-Ingenieure. Richter und Jersak nehmen an weltweiten Echtzeit-Konferenzen teil, sind auf Messen, halten Vorträge. Und sie sitzen in europäischen Gremien für die Standardisierung von Auto-Software, denen auch Bosch, VW, Ford, Opel oder BMW angehören.

Am besten: Bekannt sein wie ein bunter Hund. "Immer wenn es um Echtzeit-Fragen geht, muss den Leuten der Name Symtavision einfallen", meint Köhler. Und wenn man an Symtavision denkt, fallen einem unweigerlich die blonden Rasta-Locken ein, die Geschäftsführer Richter vom Hinterkopf baumeln. Das ist lässig und als Markenzeichen auch ein Marketing-Coup.

Donnerstag, 10.08.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5759301/menuid/2182

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