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17. März 2010
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Junge Gebrauchtwagen verscherbelt und Schmiergeld kassiert

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mitarbeiter von Financial Services und Autohäusern der Region

Von Jörn Stachura

BRAUNSCHWEIG. Ein Großaufgebot von Polizei, Steuerfahndung des Finanzamts und Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gestern die Abteilung Gebrauchtwagen der VW-Bank Financial Services durchsucht. Gegen sechs Mitarbeiter wird wegen Korruption ermittelt.

56 Beamte waren stundenlang im Einsatz und beschlagnahmten umfangreiches Aktenmaterial. Einer der sechs Verdächtigen wurde an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Die Mitarbeiter stehen unter dem Verdacht der Bestechlichkeit.

Wie Jutta Schlecht, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig, erläuterte, habe eine Betriebsprüfung der Steuerfahndung in einem Autohaus die Ermittlungen ausgelöst. Es bestehe nun der dringende Verdacht, dass die Mitarbeiter der Gebrauchtwagen-Abteilung so genannte Leasing-Rückläufer, junge Gebrauchtwagen, deutlich unter Marktwert an Autohäuser der Region weiterverkauft hätten. Diese Autos seien anschließend mit hohem Gewinn von den Autohäusern an ihre Kunden weiterverkauft worden.

Im Gegenzug, so die Staatsanwältin weiter, hätten die Mitarbeiter der Autohäuser Schmiergelder an die Sachbearbeiter in der Gebrauchtwagen-Abteilung der VW-Bank gezahlt. Das sei Bestechung und Bestechlichkeit.

Den Schaden, der der VW-Bank dadurch entstand ist, dass Gebrauchtwagen deutlich unter Wert abgegeben wurden, vermochte die Staatsanwältin noch nicht zu beziffern: "Wir haben Hinweise, dass die VW-Bank seit Jahren geschädigt wurde. Da die Gebrauchtwagen-Abteilung einen jährlichen Umsatz von etwa 300 Millionen Euro erwirtschaftet, könnte der Schaden im sechsstelligen Bereich liegen."

Zu den Autohäusern, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt, wollte Schlecht nur sagen: "Es handelt sich um Autohäuser der Region, jedoch nicht um Autohäuser in Braunschweig." Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Die Zentralstelle für Korruption der Staatsanwaltschaft, die weitreichende Vollmachten habe, führe das Verfahren.

Seitens der VW-Bank sagte Sprecher Stefan Voges-Staude: "Die Innen-Revision von Financial Services unterstützt die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen."

Freitag, 11.07.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/8761029/menuid/2182

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