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01. August 2010
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Respekt vor der anderen Denkweise

Erfolg im Anlagengeschäft in China am Beispiel Siemens – Tagung an der Fachhochschule in Wolfenbüttel

Von Jochen Zeininger

BRAUNSCHWEIG. Bei großen Infrastrukturprojekten vor allem im Verkehr setzt China mehr und mehr weltweit den Maßstab. An dieser dynamischen Entwicklung ist der Siemens-Standort Braunschweig maßgeblich beteiligt.

Das zusammen war Ausgangspunkt für eine internationale Tagung, die Siemens zusammen mit der Fachhochschule BraunschweigWolfenbüttel Donnerstag und Freitag in Wolfenbüttel veranstaltet. Unter dem Titel "Erfolg im internationalen Anlagengeschäft in China" referieren Experten aus Deutschland und China nicht nur über Aspekte der Technologie, des Rechts und der wirtschaftlichen Erfordernisse, sondern auch über die kulturellen Besonderheiten. "Erst das gegenseitige Verständnis kultureller Werte erlaubt den Brückenschlag", sagt Professor Winfried Huck, der als Dekan des Fachbereichs Recht der Fachhochschule die Tagung organisiert.

Siemens Transportation Systems liefert von Braunschweig aus zusammen mit chinesischen Partnern Sicherungs- und Leittechnik für Nahverkehrsstrecken etwa der Metropolen Schanghai und Guangzhou und die Leittechnik für das erste Transrapid-Projekt, das die City von Schanghai mit dem Flughafen verbinden wird. Ein Bericht über das Management dieses Großprojekts, das vor nicht einmal zwei Jahren vertraglich vereinbart wurde, bildet den Abschluss der Tagung.

Eine sehr gute Entwicklung habe das China-Geschäft auch deshalb genommen, weil man der Jahrhunderte alten Tradition der Chinesen mit Respekt begegnet sei, sagt Dr. Roland Alter, kaufmännischer Leiter des Bereichs Rail Automation bei Siemens in Braunschweig. Man müsse die andere Denkweise mit einbeziehen, etwa das Harmonie- und Konsensstreben, das – anders als im anglo-amerikanischen Denken – zu fließenden Verhandlungen auch nach einem Vertragsabschluss führe, ergänzt aus seinen Erfahrungen Michael K. Klemt, der für das Vertragswesen zuständig ist.

Neben Vorträgen vor allem über Rechtsfragen wird Professor Gu Shiyuan von der Tongji-Universität in Schanghai denn auch über die "nicht-verbale Kommunikation bei internationalen Verhandlungen" referieren.

Gerade die enge Verzahnung zwischen Recht, Wirtschaft und Kultur mache die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China aus, ist Professor Huck überzeugt. Die Tagung, zu der Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel und der chinesische Botschafter in Deutschland ein Grußwort geschrieben haben, soll dies verdeutlichen. Und das ist nicht nur für die eingeladenen Firmen und Kanzleien der Region, sondern auch für Studenten interessant.

Mittwoch, 30.10.2002
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/900664/menuid/2182

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