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14. Februar 2012
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Zulieferer leiden unter schwacher Autonachfrage

Bosch baut in Salzgitter Überstunden ab – Conti spricht von angespannter Lage

Von Frank Johannsen

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SALZGITTER. Die Abkühlung der Autoindustrie lässt auch die Zulieferer um ihre Aufträge fürchten. Nach Opel, Daimler und BMW will auch Volvo die Produktion kappen, Toyota droht ein Gewinneinbruch. Bosch lässt in Salzgitter daher bereits weniger arbeiten.

Seit einigen Wochen baut Bosch in Salzgitter Überstunden ab, sagte Sprecher Joachim Siedler gestern unserer Zeitung. Auch befristete Arbeitsverträge werden nicht mehr verlängert. "Im Moment nutzen wir in Salzgitter noch die Arbeitszeitkonten, die noch im Plus sind", sagte Siedler. "Weitere Maßnahmen sind noch nicht entschieden." Bosch baut hier Motorsteuergeräte.

Am Montag hatten Opel und BMW angekündigt, wegen schleppender Nachfrage in einigen Werken die Bänder stillstehen zu lassen. Auch Daimler, Skoda und Seat drosseln die Produktion. "Das wirkt sich natürlich auf die Automobilzulieferer aus – auch auf Salzgitter", sagte der Bosch-Sprecher. "Wir müssen jetzt abwarten, wie die weiteren Abrufe sind."

Auch bei Conti mit Werken in Gifhorn und Salzgitter sprechen die Verantwortlichen von einer angespannten Lage. "Das ist ganz klar, dass das an uns nicht spurlos vorbeigeht", sagte eine Sprecherin in Hannover. "Wir sind im Moment dabei zu sehen, wie sich das bei uns auswirkt und prüfen, ob wir gegebenenfalls die Kapazität anpassen müssen." Dies könnte dann auch das Bremsenwerk von Continental Teves in Gifhorn betreffen und ContiTech Technochemie in Salzgitter, wo Schläuche für Klimaanlagen entstehen. Conti beschäftigt an beiden Standorten zusammen 1800 Leute.

Der Stahlkonzern Salzgitter AG sieht dagegen noch keine Auswirkungen. "Wir fahren unser Programm bisher noch normal", hieß es vom Unternehmen. "Von geänderten Plänen der Autohersteller ist bei uns noch nichts angekommen."

Entschieden hat Conti bereits, in Hannover die Produktion von Lkw-Reifen herunterzufahren. Sogar eine Trennung von ganzen Sparten wird offenbar geprüft. Wie die "Financial Times Deutschland" gestern berichtete, beauftragte Conti die Investmentbank Perella Weinberg, nach möglichen Kaufinteressenten für die Reifensparte sowie ContiTech zu suchen. Conti wollte den Bericht nicht kommentieren.

Auch Toyota, Volvo und BMW bekommen die Folgen der Finanzkrise inzwischen massiv zu spüren. Bei BMW brach der Absatz im September um fast 15 Prozent ein. Toyota droht einem Pressebericht zufolge sogar eine Gewinnwarnung. Die Ford-Tochter Volvo teilte mit Hinweis auf den drastischen Einbruch der Auto-Nachfrage mit, knapp ein Viertel seiner 25 000 Stellen zu streichen. Der mit Milliardenverlusten kämpfende US-Autobauer General Motors will jetzt sogar seine Konzernzentrale in Detroit zu Geld machen.

Donnerstag, 09.10.2008
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9254031/menuid/2182

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