Schlachten oder schonen
Förderpreis der Staatstheaterfreunde verliehen
Echt oder Ente? Selbst einen Texthänger bei einem Monolog aus Christopher Durangs "Gebrüllt vor Lachen" schaffte Björn Jacobsen mit Hilfe seines Bühnenkollegen Marko Werner so theatralisch gekonnt aus der Welt, dass die Zuschauer im Kleinen Haus bis zum letzten Applaus nicht wussten: War die Episode gespielt oder real?
Bei der Verleihung des Förderpreises für junge Theaterkünstler, zum vierten Mal ausgelobt von der Gesellschaft der Staatstheaterfreunde Braunschweig, bewiesen die Preisträger mit Ausschnitten aus bisherigen Rollen, dass die Jury "eine wirklich kluge Entscheidung" gefällt hat, wie Intendant Wolfgang Gropper treffend bemerkte.
Die festliche 80-minütige Preisverleihung, gipfelnd in den beiden Lobreden für die Schauspieler durch Beate Kirchner, Vorstand der Staatstheaterfreunde, und Anja Hesse, Leiterin des städtischen kULTUR-Bereichs, hatte kämpferisch begonnen. Mit einer Szene aus King A von Inèz Derksen, in der Jacobsen und Werner ritterlich gegeneinander fochten ("Ich könnte Dich schlachten oder schonen"). Es blieb beim Schonen.
Es wäre ja auch schade gewesen um die beiden 30 und 32 Jahre alten Mimen des Jungen Ensembles des Staatstheaters. Beide sitzen "längst nicht mehr auf der Reservebank", wie Staatstheaterfreunde-Vorsitzender Dietrich Fischer bemerkte. Der eine, Jacobsen aus Bremerhaven, hatte zugunsten des darstellenden Metiers ein Lehrerstudium beendet.
Der andere, Werner, 1976 in der DDR geboren, hatte aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht, als ihn ein Arbeitgeber nach dem Zivildienst nicht wieder einstellen wollte. Aus heutiger Sicht wohl "eine Erlösung für Marko Werner", stellte Anja Hesse fest.
Und weil der Förderpreis für jeden der beiden Schauspieler mit 2000 Euro dotiert ist, dankte Jacobsen der Jury mit einem karnevalesken Zweizeiler: "Theater ist ein Armenhaus, doch wir zwei kriegen noch was raus."













