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12. Februar 2012
2-Tage-Vorschau

Romantisches trifft auf Radikales

Junge Künstler begegnen der Moderne – Film, Malerei, Zeichnung, Fotografie im Kunstmuseum Wolfsburg

Von Hans-Adelbert Karweik

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150-mal hat die DDR diese Schule gebaut. In einer von ihnen saß Sabine Hornig. Deshalb sind Vordach, gläserne Eingangszone und Waldlage in stark verkleinerter, reduzierter Form im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehen. Die 45-jährige Künstlerin will "das Begegnen, Zurückblicken und Verbinden" darstellen in ihren Installationen.

So hat sie die klare, geometrischen Linien folgenden Kuben einstiger Schularchitektur in voneinander los gelösten, solitär stehenden Kuben wieder aufgegriffen. Sehr viel kleiner allerdings, denn eine Schülerin empfindet Proportionen anders als eine Erwachsene. Damit abstrahiert sie alles zur zentralen Aussage: Formen werden im Gedächtnis gespeichert.

Sabine Hornig ist eine von sieben Künstlern aus Deutschland, England, Frankreich und den Niederlanden, die zunächst ihr Alter verbindet: geboren zwischen 1962 und 1976; als die Beatlemania die Welt veränderte, als die Pop-Art die Welt schockierte, als James Bond im Film jene Bösewichter entlarvte, die den Gegensatz von Ost und West machtgierig ausnutzen wollten.

Zudem vereint alle diese Künstler die Auseinandersetzung mit der Moderne, auf deren Suche das Kunstmuseum Wolfsburg im 21. Jahrhundert ist. In der Wahl ihrer Stile, ihrer Aussagen, ihres Sujets unterscheiden sich Duncan Campbell, Marcel van Eeden, Friederike Feldmann, Sabine Hornig, Julian Rosefeldt, Tatiana Trouvé und Sascha Weidner: Malerei, Film, Installation, Foto.

Sascha Weidner, Absolvent der HBK Braunschweig, hat sich mit der Kamera Sizilien genähert. Auf eine sehr eigene Weise. Schönes prallt auf Hässliches, Romantisches trifft auf Radikales, Privates rückt ins Öffentliche. Es ist Sizilien, ja; aber gesehen von der Seite her: der Autobahnraststätte, Bettlaken-Hausfronten, auch dem Meer. Weidner will in seinen Fotos Gefühle einfangen: die Sehnsucht, das Begehren, das Glück oder die Verzweiflung. Er war eine Zeit lang krank dort.

Friederike Feldmann versteht sich als Malerin. Sie geht vom Computerbild zurück zum Pinsel. Ihre Kunst beginnt mit dem Ausradieren der am PC erzeugten Farben, die sie handwerklich wieder schließt. So kommt sie zu ganz neuen gemalten Bildern.

Tatiana Trouvé baut Installationen, aber zeichnet sie auch. So stellt auch sie Ausradiertes neben Überspiegelungen, Einrichtung und Spiegelung in ihrer Serie "Intertranquility". Und Julian Rosefeldt filmt die moderne Arbeit sehr bewegt, perspektivisch, fast schon journalistisch dokumentarisch.

Leggerità, Leichtigkeit im Sinne der italienischen Renaissance, ist ein gemeinsames Kennzeichen aller Arbeiten. Denn sie wirken wie dahingehaucht, beiläufig entstanden, wie mit einem Federstrich aufs Papier gebracht. So wie ein Tanzpaar im Finale lächelt, auch wenn die Füße schmerzen. Und sie bekennen sich zu künstlerischem Enthusiasmus. Es macht ihnen Spaß.

bis 25. Oktober, di 11 - 20, mi - so 11 - 18 Uhr.

Freitag, 19.06.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10509662/menuid/2184

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