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14. Februar 2012
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Jetzt pass auf!

Raabe-Preisträger Wolf Haas kommt zum Krimi-Fest

Von Martin Jasper

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 Jetzt der Haas, hat doch wieder einen Brenner-Krimi geschrieben. Weil Erfolgsgeschichte, Goldader nichts dagegen. Wollte er eigentlich nicht mehr nach sechs Brenner-Büchern, er hat es mir selbst gesagt, damals, bevor er in Braunschweig den Raabe-Preis und alles, ja was glaubst du. Aber du musst bedenken, Kult, da kann ich den Haas jetzt auch wieder verstehen. Jetzt pass auf...

Jetzt hör schon auf. Den Wolf Haas zu lesen ist nicht gesund für jemanden, der selber schreibt. Weil Ansteckungsgefahr, Malaria nichts dagegen. Aber der Haas kann das sowieso besser, wenn ich’s dir sag.

Er ist letztlich doch unnachahmlich, dieser kultige Brenner-Sound. Er entsteht aus dem Sprach-Spiel zwischen einem breitmäulig und grammatisch höchst eigenwillig daherquatschenden Erzähler und dem stoisch wortkargen Ex-Polizisten Simon Brenner.

Dessen Gemütszustand im neuen Roman "Brenner und der liebe Gott" beschreibt Haas so: "Man könnte ohne Übertreibung behaupten, dass diese gottverlassene Wochenendhölle den Brenner zu Tode deprimiert hätte, wenn er sich nicht von vornherein in einer Stimmung befunden hätte, für die es eine sprunghafte Verbesserung gewesen wäre, wenn ihn etwas zu Tode deprimiert hätte."

Brenner hat einen Traumjob gefunden. Er fährt ein kleines Mädchen zwischen seiner Mutter, der Chefin einer Abtreibungs-Klinik, und seinem Vater, einem Bauunternehmer, hin und her. Bis das Kind aus dem Auto weg entführt wird.

Brenner gerät zwischen diverse Fronten, begegnet militanten Abtreibungsgegnern, brutalen Baulöwen und korrupten Bürokraten. Und noch jemandem: "Ob du es glaubst oder nicht, der Brenner hat auf dem Boden der Senkgrube den lieben Gott getroffen." Das sagt alles darüber, was der Brenner und der Haas vom Zustand dieser Welt halten.

Der neue Brenner ist wieder mal ein artistisches Vergnügen: Da wird mit großer Fabulierlust im menschlichen Morast gewühlt.

Damals am Telefon sagte mir Haas, er wolle erstmal keine Brenner-Romane mehr schreiben, weil er vermeiden wolle, dass dieser spezielle Sound ihm zur bloßen Manier wird. Die Gefahr besteht. Doch noch hält sich Haas virtuos auf dem hochgespannten Sprachseil.

Seinen neuen Brenner-Roman stellt Haas am Sonntag um 11 Uhr beim Braunschweiger Krimi-Festival im Großen Haus des Staatstheaters vor.

Samstag, 31.10.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11189138/menuid/2184

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