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14. Februar 2012
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Ein Ende mit Schrecken

Freischärler, Held, Mythos – Ausstellung über Ferdinand von Schill in Braunschweig

Von Martin Jasper

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Endlich losschlagen will er. Aber der König zögert. Da spricht Ferdinand von Schill das seither geflügelte Wort: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Der Husarenmajor zieht mit seiner Truppe ohne königlichen Befehl gegen die französischen Besatzer. Das Ende ist abzusehen und es ist schrecklich. Der Kampf gegen Napoleon kostet Schill den Kopf.

Als sein Freikorps 1809 in Stralsund geschlagen wird, hauen die Sieger seiner Leiche den Kopf ab und schicken ihn in einer makabren Geste des Triumphes an König Jérôme von Westfalen, Napoleons Bruder. Schills Offizieren geht es kaum besser. In Braunschweig, das damals zu Westfalen gehört, werden 14 von ihnen als Deserteure hingerichtet.

Um Schill wächst ein Helden-Kult. Besonders tut sich ein gewisser Karl Friedrich von Vechelde hervor. Er sorgt dafür, dass in Braunschweig ein Schill-Denkmal errichtet wird. Den Kopf, der nach einer Odyssee durch halb Europa im Naturalienkabinett der Universität Leiden gelandet ist, holt er her, um ihn am Fuße des Denkmal beizusetzen.

Der gläserne Behälter, in dem Schills Schädel reiste, ist jetzt in einer Ausstellung im Städtischen Museum Braunschweig zu sehen. Die Schau war zum 200. Jahrestag der Schillschen Kopflosigkeit bereits in anderen Städten zu sehen.

Die Schau erklärt anhand von Schrifttafeln, Bildern, Landkarten die politische Situation, in der Schill agierte. Wir sehen ihn und andere Freiheitskämpfer wie den Braunschweiger "Schwarzen Herzog" oder den Tiroler Andreas Hofer auf Gemälden. Wir sehen Schills Pistole, seine Weste, seine Tasche. Dazu eine Schillsche Uniform neben einer des Schwarzen Herzogs und einer schwarz-rot-goldenen aus dem Lützowschen Freikorps.

Interessant ist die Nachwirkung des eigensinnigen Freiheitskämpfers. Geschildert wird, wie Schill bereits zu Lebzeiten in Berlin auf Tassen und als Zuckerguss auf Kuchen idolisiert wurde. Und wie er im "Dritten Reich" instrumentalisiert wurde. Ausschnitte aus dem Durchhaltefilm "Kolberg" sind zu sehen, in dem Schill eine zentrale Rolle spielt. Im April ’45 stellte Hitler die Infanterie-Einheit "Ferdinand Schill" auf, die rasch aufgerieben wurde.

Kurz thematisiert wird schließlich auch die Umgestaltung des Schill-Denkmals in Braunschweig zur KZ-Gedenkstätte. So gesehen ein Brennglas deutscher Geschichte.

Bis 30. Mai, Di.-So. 10-17 Uhr.

Samstag, 13.03.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/11910132/menuid/2184

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