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11. Februar 2012
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"Musik hat viele Farben"

Neue Reihe für zeitgenössische Musik in Braunschweig


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Der Braunschweiger Komponist Bernfried Pröve startet heute um 20 Uhr unter dem Titel "Hörfenster" eine neue Konzertreihe für zeitgenössische Kammermusik in der Braunschweiger Jakob-Kemenate. Das "Duo für Flöte und Gitarre" spielt Werke von Edison Denissov und eine Uraufführung Pröves mit dem Titel "Zeitspur". Im Gespräch mit dem Komponisten werden die Werke erläutert. Mit Pröve sprach vorab unser Redakteur Martin Jasper.

Wie viele Besucher erwarten Sie?

Nach realistischer Einschätzung zwischen 40 und 50.

Warum hat es zeitgenössische Musik so schwer beim Publikum?

Weil sie nicht vermittelt wird! Es gibt einen unendlichen Reichtum an Klangfarben und Klangerlebnissen! Sie werden nur nicht häufig genug erklärt. Mir geht es in der neuen Reihe darum, die ästhetischen Beweggründe lebender Komponisten herauszufinden. An jedem Abend wird ein anderer über sein Werk sprechen. Das Publikum wird einbezogen. Das ist doch viel spannender, als sich im Radio eine Sendung mit neuer Musik anzuhören!

Beim ersten Mal sind Sie der Komponist. Mit wem sprechen Sie auf dem Podium?

Mit dem Schriftsteller Axel Klingeberg.

Bekanntlich ist es für Komponisten der Gegenwart nicht leicht, ihre Werke aus der Schublade zur Aufführung zu bekommen. Ist das womöglich auch ein Grund, eine eigene Konzertreihe zu gründen?

Mit geht es nicht darum, Werbung für mich zu machen. Ich denke, dass es sinnvoll ist, dass im ersten Konzert der Leiter seine musikalische Visitenkarte abgibt. Danach folgen namhafte Komponisten wie Hans-Wilhelm Plate, Hans-Dieter Karras, Stephan Meier und viele andere.

Viele Menschen schreckt der Besuch von zeitgenössischen Konzerten ab, weil Sie nichts davon verstehen. Lohnt sich der Besuch Ihrer Konzerte auch für Leute, die keine oder wenig Ahnung von Musik haben?

Unbedingt. Man muss nur bereit sein, sich vorurteilsfrei neuen Horizonten zu öffnen und sich auf die Subtilität von Musikern einzulassen, ohne darüber zu spotten.

In Ihrer Komposition "Zeitspur" versuchen Sie, die "Fragmentiertheit unserer Zeitepoche" aufzuarbeiten. Können Sie das erläutern?

Wir leben in einer Zeit der Klicks und Downsloads, wir können an jedem Ort der Welt beliebige Informationen abrufen, ohne sie wirklich verarbeiten zu können. Wir werden überall von Musik und Massenmedien vereinnahmt. Das unterdrückt die eigene Musik. Ich war zwei Wochen allein in Norwegen, ohne Telefon, ohne Fernseher. Da hört man plötzlich jedes Geräusch, jedes Element. Und fängt plötzlich an, wieder sich selbst zu gehören. Dort habe ich dieses Stück geschrieben. Es beginnt mit einem hektischen Staccato und mündet in ein Unisono der Ruhe, fast der Idylle.

Freitag, 30.07.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12697349/menuid/2184

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