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13. Februar 2012
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"Wir machen, was das Herz uns sagt"

Nur der Name klingt nach Schlager: Silbermond machen mit Rock-Musik Furore – Interview mit dem Gitarrero


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85 Jahre, das ist doch mittlerweile ein prima Rocker-Alter, oder? Scherz beiseite: 85 Jahre alt sind sie gerade mal zusammengerechnet, die vier von Silbermond, der Sensations-Band aus Sachsen.

Sensation? Ja doch, das darf man behaupten, nachdem das Debüt-Album "Verschwende deine Zeit" mehr als 400 000 Mal verkauft wurde. Und nachdem die eher einfache, selbst geschriebene Rock-Musik landauf, landab die jungen Konzert-Besucher beglückt hat.

Am 13. April, nach nur zwei Monaten Pause, beginnt in Braunschweig die neue Tournee. Harald Likus fragte den 21-jährigen Silbermond-Gitarristen Thomas Stolle nach Aussichten und Einsichten.

Beginnen wir mit dem Bandnamen! Selbst Wohlgesonnene meckern zuweilen am Wort Silbermond herum. Wie seid Ihr darauf gekommen?

Oh, ich bin damit angekommen. Wir sind ja, das ist mir ganz wichtig, nicht für irgendeine Fernseh-Serie gezüchtet worden. Wir sind eine Band mit Geschichte. Wir haben uns vor sechs Jahren in Bautzen zusammengetan und Lieder von Alanis Morissette nachgespielt. JAST hießen wir, nach den Anfangsbuchstaben Johannes, Andreas, Stefanie und Thomas. Dann schrieben wir deutsche Texte, und ein deutscher Name sollte es sein. Erst hieß es, Silbermond klingt nach Schlager, aber ich finde, es klingt vor allem schön.

Auch wenn Ihr sie nicht mehr nötig hättet: Wäre eine gesetzliche Radio-Quote für deutschsprachige Musik denn nun gut oder nicht?

Da bin ich gespalten. Ich finde es gut, dass jetzt darüber nachgedacht wird. Auch über Plattenfirmen und wem sie warum eine Chance geben. Aber eigentlich glaube ich doch, dass die Kultur sich besser selbst lenkt. Und bin also doch dagegen.

Ihr kennt Euch schon länger und habt nun plötzlich großen Erfolg miteinander. Verändert sich dadurch die Balance in der Gruppe?

Nö, wir ergänzen uns perfekt. Ehrlich, ich kann keine Konkurrenz, keinen Ego-Trip in der Band erkennen. Jeder hat so seine Sache: Stefanie ist natürlich vorne, sie singt eben toll und sieht auch noch ganz gut aus, oder? Unser Schlagzeuger Andreas ist mehr so der Chaot, mein Bruder spielt Bass und kümmert sich um die Homepage, und ich selbst spiele Gitarre und tüftele an den Melodien herum.

Ihr seid deutsch, dynamisch, erfolgreich – und aus Sachsen. Habt Ihr Angst vor der Vereinnahmung von Patrioten oder ressentimentgeladenen Ostalgikern?

Vorsicht, das klingt jetzt vielleicht kitschig: Aber wir machen einfach, was das Herz uns sagt und haben keine Angst vor Vereinnahmung. Als es mit der DDR zu Ende ging, waren wir Kinder. Klar, es gibt feine Unterschiede. Eben fällt mir so ein nobles Fest ein, auf dem wir mal gespielt haben. Schicke Anzüge, Zigarre und so. Und als wir gesagt haben, dass wir aus Bautzen sind, sind tatsächlich ein paar abgehauen.

Und nun die allerschrecklichste Frage an einen jungen Rockstar: Was sagen denn die Eltern dazu?

Das ist überhaupt keine schreckliche Frage. Die haben uns ganz toll unterstützt, die sind jetzt auch so richtig befreundet. Und mal im Ernst: Wenn mein Sohn nach dem Abi ankommt und sagt, er wolle jetzt Musik machen, dann würde ich doch auch erstmal schlucken.

Am 13. April spielen Silbermond in der Braunschweiger Disko Jolly Joker. Karten gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

Donnerstag, 17.02.2005
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/3762887/menuid/2184

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